Anti-Islam-Bewegung
Pegida nimmt Münster ins Visier

Münster -

Die Protestbewegung Pegida streckt offenbar ihre Fühler nach Münster aus: Auf Facebook gibt es seit dieser Woche gleich zwei Seiten. Umgehend gründete sich die Gemeinschaft „Münster gegen Pegida“. Innerhalb weniger Stunden erhielt sie Tausende Facebook-„Likes“.

Donnerstag, 18.12.2014, 06:12 Uhr

Abendspaziergang in Düsseldorf
In zahlreichen deutschen Städten ist es - wie hier in Düsseldorf - zu Aktionen gekommen, die sich an den Anti-Islam-Kundgebungen der Gruppe "Pegida" in Dresden orientieren. Foto: dpa

Die umstrittene Protestbewegung Pegida versucht offenbar, nun auch in Münster Fuß zu fassen. Im sozialen Netzwerk Facebook sind im Laufe der Woche gleich zwei Profile („Müngida – Münster gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und „Mügida – Pegida in Münster“) aufgetaucht, die eine „Islamisierung des Abendlandes“ verhindern wollen.

Als Reaktion gründete sich umgehend die Facebook-Gemeinschaft „Münster gegen Pegida/Mügida“. Ihr gelang es am Mittwoch innerhalb weniger Stunden, annähernd 4000 „Likes“ zu bekommen – fünf Mal so viel wie die beiden Pegida-Seiten zusammen. Pegida steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“.

„Für westfälischen Frieden, gegen westfälischen Unfrieden. Ladet eure Freunde ein, liked die Seite und setzt ein Zeichen für Freiheit, Liebe, Toleranz und gegen Hass“, appellieren die Pegida-Gegner auf Facebook. Die Nutzer sollten sich dafür einsetzen, „keine Bilder wie in Dresden“ zuzulassen. Dort – und inzwischen auch in anderen Städten – demonstrieren seit Wochen jeden Montag Pegida-Anhänger gegen eine vermeintliche Überfremdung und für ein schärferes Asylgesetz. Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte die Märsche scharf und betonte, dass in Deutschland „kein Platz für Hetze und Verleumdung“ sei.

Genau die ist auf den münsterischen Seiten wiederholt zu finden. „Mügida“ schimpft auf die „gleichgeschaltete Systempresse“, spricht von „Genderwahnsinn“ und „Gesinnungsdiktaten“. Auf Facebook gefallen „Mügida“ unter anderem die rechte „Junge Freiheit“ und die AfD. „Müngida“ bezichtigt die Kanzlerin der „Hetze“, schimpft gegen „Gutmenschen“ und postet islamfeindliche Botschaften. „Müngida“ bezeichnet zudem die „Mügida“-Seite auf Facebook als „Fake“.

Für Münster sei „der erste Spaziergang“ in Vorbereitung, so „Müngida“ in Anspielung auf die Dresdener Protestmärsche. „Mügida“ hatte das schon für vergangenen Montag angekündigt – ohne dass etwas passierte.

Während sich die Zahl der Anti-Pegida-Anhänger am Mittwoch bei Facebook minütlich erhöhte, verzeichneten die Pegida-Seiten kaum neue Anhänger.


Angst vor dem Fremden und Sorgen um die eigene Zukunft: Die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ erhält immer mehr Zulauf und spaltet die Bevölkerung. Doch wer sind diese selbst ernannten, oft frustrierten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und wer geht zu ihren Demonstrationen? Unsere Redaktionsmitglieder Claudia Kramer-Santel und Frank Polke sind dem „Phänomen Pegida“ auf die Spur gegangen:

„Wir sind ja gar nicht gegen Ausländer“

„Der Islam bedroht das Abendland“

Eine soziale Bewegung – völlig demokratisch?

Ängste vor Abstieg nähren Fremdenhass

Mit der „Systempresse“ wollen sie gar nicht reden

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