Streit um das Stadtfest
Marktbeschicker wollen auf dem Domplatz bleiben

Münster -

Das Stadtfest sorgt ein halbes Jahr vor seiner geplanten Wiederauflage für Unmut bei den Marktbeschickern. Sie haben Angst, dass sie den Domplatz verlassen müssen, wenn dort gefeiert wird. Die Gastronomen dürfen den Platz nämlich exklusiv nutzen. Ein Kompromiss soll bei einem Gespräch im Januar gesucht werden.

Samstag, 20.12.2014, 15:12 Uhr

Die Marktbeschicker haben Angst, dass sie den Domplatz verlassen müssen, wenn dort gefeiert wird. 
Die Marktbeschicker haben Angst, dass sie den Domplatz verlassen müssen, wenn dort gefeiert wird.  Foto: Oliver Werner

Zwischen Wochenmarkt-Beschickern und Gastronomen ist ein Streit über das im Sommer 2015 geplante Stadtfest entbrannt. Die Veranstalter, die im September vom Rat den Zuschlag erhalten haben, dürfen vom 10. bis 12. Juli exklusiv den Domplatz nutzen, doch die Beschicker wollen am Stadtfest-Samstag nicht das Feld räumen. Bei einem für Anfang Januar geplanten Gespräch mit der Verwaltung soll nun ein Kompromiss gesucht werden.

Hinter den Kulissen schlagen nach Informationen unserer Zeitung bereits die Wogen hoch. Das ist den offiziellen Statements indes nicht anmerken. „Wir wünschen uns, in das Stadtfest eingebunden zu werden“, sagt Rita Westhoff , Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Marktbeschicker . „Wir müssen darüber diskutieren, wie beides gemeinsam gehen kann“, sagt Marvin Lindenberg , einer der zehn Veranstalter aus der Gastronomie-Szene.

Der Jovel-Chef bestätigt, dass es Überlegungen gebe, den Domplatz während des Stadtfestes einzuzäunen und für einen Teil des Programms ein Eintrittsgeld zu verlangen. Endgültig entschieden sei dies aber noch nicht. Für die Beschicker würde das bedeuten, dass sie den Markt am Stadtfest-Wochenende an einer anderen Stelle ausrichten müssen – oder dass er womöglich komplett ausfällt.

Doch die Mehrheit der Beschicker will offenbar nicht das Feld räumen. Wie zu hören ist, haben sie Angst, dass mit dem Stadtfest ein Präzedenzfall geschaffen wird und der Markt künftig öfter weichen muss. Nach Informationen unserer Zeitung steht die Überlegung im Raum, rechtlich gegen die exklusive Domplatz-Nutzung durch das Stadtfest vorzugehen.

Doch ihre Chancen würden in diesem Fall wohl nicht allzu gut stehen, meint Ordnungsamt-Leiter Martin Schulze-Werner. „Ich halte das, was der Rat im September beschlossen hat, rechtlich für möglich“, betont er mit Verweis auf die Marktsatzung. Dort steht, dass „aus besonderem Anlass oder in dringenden Fällen für einzelne Markttage – abweichend von der jeweiligen Festsetzung der Märkte – Platz, Tag und Öffnungszeit verändert werden“ dürfen.

Die Beschicker haben bereits Vorschläge erhalten, wo der Markt am 11. Juli ersatzweise stattfinden könnte: an der Überwasserkirche zum Beispiel – oder vor dem Schloss. Doch darauf wollen sich die Beschicker nicht einlassen. Den Stadtfest-Zaun am Samstagvormittag zu öffnen, käme einer „Würgerei“ gleich, heißt es in der Stadtverwaltung. Schließlich stehe dann nicht nur eine riesige Bühne auf dem Domplatz, sondern weiteres technisches Equipment. Zudem würde ein temporärer Abbau des Zaunes viel Geld kosten, betonen die Veranstalter.

Die Fronten scheinen verhärtet. Die Hoffnungen beider Seiten ruhen nun auf dem runden Tisch im Januar. 

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