Gemeinsamer Appell
Münsters Bundestagsabgeordnete parteiübergreifend gegen „Mügida“

Münster -

Das kommt nicht oft vor: Die vier Bundestagsabgeordneten aus Münster haben sich über alle Parteigrenzen hinweg auf einen gemeinsamen Appell verständigt. Sie rufen zum Protest gegen den münsterischen Ableger der Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ auf.

Montag, 22.12.2014, 16:12 Uhr

Bundestag
Die vier Bundestagsabgeordneten aus Münster haben in einem gemeinsamen Appell zum Protest gegen den münsterischen Ableger der Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ aufgerufen. Foto: dpa

Wie die SPD Münster auf ihrer Webseite mitteilt, sprechen sich Sybille Benning ( CDU ), Christoph Strässer (SPD), Maria Klein-Schmeink (Grüne) und Hubertus Zdebel (Linke) gegen ein mögliches „Mügida“ aus.

Die Demonstrationen der Pegida in Dresden erfüllen uns mit großer Sorge. Als Münsteraner wissen wir, dass man sich im Dialog mit Toleranz und in einem aufgeklärten Miteinander begegnen muss, um Differenzen zu überwinden. In Münster, der Stadt des westfälischen Friedens und des Dialogs, brauchen wir kein „Mügida“. Wir appellieren an alle Münsteraner Bürgerinnen und Bürger „Mügida“ in Münster nicht zuzulassen.

Gemeinsamer Appell der münsterischen Bundestagsabgeordneten

Auf ihrer Webseite , bekräftigt die CDU Münster ihren Widerstand gegen die Ausbreitung der Pegida-Bewegung in Münster. „Ich hoffe, dass möglichst viele Münsteraner in sozialen Netzwerken, Leserbriefen und Diskussionsbeiträgen öffentlich deutlich machen, dass wir in Münster Pegida nicht wollen“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Josef Rickfelder .

Die geschickte Verpackung, dass es ja nur um das Ausdrücken von Ängsten geht, ist eine perfide Form der Rattenfängerei.

Josef Rickfelder, CDU

Die Initiatoren von Pegida seien im Kern rassistisch, ausländerfeindlich und rechtsextrem. „Die geschickte Verpackung, dass es ja nur um das Ausdrücken von Ängsten geht, ist eine perfide Form der Rattenfängerei“, so Rickfelder. Wer Pegida unterstütze, betreibe das Geschäft rechtsextremer Gruppierungen und Parteien. „Pegida will keine Lösungen, sondern nur Stimmung auf Kosten von Minderheiten machen.“

Wenn wir die Flüchtlinge willkommen heißen, ihnen Zukunftsperspektiven für sich und ihre Kinder anbieten, werden sie das Leben in dieser Stadt bereichern.

Thomas Möller, Grüne

In einer Mitteilung der Grünen in Münster wird vor wachsenden Widerständen in Teilen der Bevölkerung gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gewarnt, obgleich es hier noch keine Demonstrationen gegen Flüchtlinge gegeben habe. Das Flüchtlingsthema werde irrigerweise mit Ängsten vor radikalen Islamisten verbunden. „Die Menschen, die aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan zu uns kommen, flüchten genau vor diesen religiösen Fanatikern“, bemerkte der Kreissprecher der Grünen, Thomas Möller.

 

Was ist dran an den „Pegida“-Thesen?

Angst vor dem Fremden und Sorgen um die eigene Zukunft: Die Anti-Islam-Bewegung „Pegida“ erhält immer mehr Zulauf und spaltet die Bevölkerung. Doch wer sind diese selbst ernannten, oft frustrierten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ und wer geht zu ihren Demonstrationen? Unsere Redaktionsmitglieder Claudia Kramer-Santel und Frank Polke sind dem „Phänomen Pegida“ auf die Spur gegangen .

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