Jahresrückblick in Karikaturen
Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Münster -

Chaos im Rat. Regen vom Himmel. Münster ging gleich mehrmals unter im Jahre 2014. Und Arndt Zinkant hat wieder getreulich alles mit dem Zeichenstift festgehalten. Ein Bildervergnügen.

Mittwoch, 31.12.2014, 11:12 Uhr

 Unterwasser in Münster – der 28. Juli war eines der dramatischsten Unwetterereignisse der letzten Jahrhunderte. Zwei Menschen starben im Wasser, unzählige Keller wurden geflutet. Die Stadt im Ausnahmezustand. Aber es gab auch viele positive Zeichen von mitmenschlicher Solidarität.
 Unterwasser in Münster – der 28. Juli war eines der dramatischsten Unwetterereignisse der letzten Jahrhunderte. Zwei Menschen starben im Wasser, unzählige Keller wurden geflutet. Die Stadt im Ausnahmezustand. Aber es gab auch viele positive Zeichen von mitmenschlicher Solidarität. Foto: Arnd Zinkant

Die Kakofonie ist in der Musik der Zusammenstoß unangenehmer Geräusche. Für den Karikaturisten ist sie natürlich eine liebliche Musik, denn wo soll er sonst sein Material herbeischaffen?

Da, wo sich die Töne in den Armen liegen – in der Euphonie? Natürlich nicht. Aber da, wo alle chaotisch durcheinander reden und man heute nicht weiß, was morgen entschieden wird? Ja, da ist der spitze Stift von Arndt Zinkant in seinem Element.

Arndt Zinkants Karikaturen-Rückblick auf 2014

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  • Frauenquote  bei den Stadtwerken? Aufsichtsrat Gerhard Joksch (Grüne) hätte das gern gesehen: „Wir wollen Frauen zur Geltung bringen.“ Es kam anders, nämlich aus Kiel: Neuer Geschäftsführer wird Dr. Dirk Wernicke. Ein Mann.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Münsters Rat von links nach rechts: Die Linke (4), Piraten (2), Grüne (14), SPD (19), ÖDP (1), UWG (1), FDP (4), CDU (25), AfD (2). Viel Spaß beim Mehrheitensammeln.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Affenzirkus: Der Nachfolger von Zoodirektor Adler war vomAufsichtsrat abgenickt. Aber was nützt das, wenn der Rat neinsagt: Kai Perret stolperte über einen sechs Jahre alten Prozess.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Legalize it! Der populären Forderung der Hasch-Freunde will sich Münsters Polizeipräsident Hubert Wimber demnächst ehrenamtlich widmen. Solange er noch im Dienst ist, hält ihn NRW-Innenminister Ralf Jäger vorsorglich zurück.

    Foto: Arndt Zinkant
  • Komplott zur Abwahl von Ex-Aufsichtsratchef Stefan Weber.Grüne und SPD halten zusammen, Weber verliert den Postenbei den Stadtwerken, Grüner Gerhard Joksch gewinnt ihn.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Rüdiger Sagel, in Indien aufgewachsen, von den Grünen zurLinken geraten, weiß schon, wie sich einer platzieren muss,der in der Minderheit ist: Einfach notorisch nachhaken.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Unterwasser in Münster – der 28. Juli war eines der dramatischsten Unwetterereignisse der letzten Jahrhunderte. Zwei Menschen starben im Wasser, unzählige Keller wurden geflutet. Die Stadt im Ausnahmezustand. Aber es gab auch viele positive Zeichen von mitmenschlicher Solidarität.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Tatort-Schock im Januar. Will Multi-Talent Jan-Josef Liefers (er singt auch) aussteigen? 12 Jahre, 25 Folgen, immer so 12 Mio. Zuschauer. Am Ende wiegelt Liefers ab. Es geht weiter.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Knatsch um Knast: In Handorf hatte man für den neuen JVAStandort den Truppenübungsplatz anvisiert. Doch plötzlich sagt die Bundeswehr: Zutritt verboten. Man habe Eigenbedarf.

    Foto: Arnd Zinkant
  • 1,5 Millionen soll die Stadt zum Katholikentag 2018 zusteuern. Der Protest ließ nicht auf sich warten. Entschieden wird jetzt im Frühjahr 2015.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Und sie bewegt sich doch. Zwischendurch glaubten die Münsteraner, sie würden ewig auf dem alten Bahnhofsklo mit Gleisanschluss hängen bleiben. Doch jetzt regiert der Bagger.

    Foto: Arnd Zinkant
  • Sitzordnungsdebatte im Rat. Die Linken wollen weiter nach links. Die AfD sitzt links von der CDU. Die Grüne Bennink sagt: „Wir wollen mit dem Kindergarten aufhören.“

    Foto: Arnd Zinkant
  • Lärm in den Osmohallen. Stadtwerkechef Tengelmann will vor weiteren Planungen ein Gutachten einholen, Stadtdirektor Schultheiß dagegen sieht keine Lärmschutzkonflikte.

    Foto: Arnd Zinkant

Münsters Politik hat es dem Spötter dieses Jahr leicht gemacht. Fangen wir hinten an, mit dem Fall des designierten Adler-Nachfolgers Dr. Kai Perret im Allwetterzoo. Zack, vom Zoo-Aufsichtsrat und seinen Politikern durchgewunken. Und dann, zack, politisch vom Rat vor die Tür gesetzt. So macht man sich „Freunde“, und der Rat verliert den Ruf, einem kalkulierbaren Städtchen vorzustehen, in dem Absprachen möglich sind.

Von solchen Pleiten, Pannen und Geplänkel gab es so einiges, man nehme nur einmal das Gerangel bei der Suche nach einem neuen Standort für das alte Gefängnis an der Gartenstraße. Dass quasi in letzter Minute die Bundeswehr noch mal aufrüstet und keinen Meter von ihrem Truppenübungsplatz in Handorf abdrücken will, ist einerseits verwunderlich. Andererseits fragt sich jeder Kundige, ob die Planer und Verhandler die Lunte nicht früher hätte riechen können.

Es gibt Sätze aus diesem Jahr, die Münsters neue Multi-Parteien-Landschaft wunderschön beschreiben. Wie diesen: „Die rot-rot-grüne Änderungsliste bei der Bebauung des Hafenbeckens scheiterte am Veto von CDU , FDP, UWG und ÖDP, teilweise unterstützt von den Piraten“. Alles ist möglich, wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt. Und man nur manchmal nicht weiß, welcher Hund und welcher Schwanz gerade dran sind.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass quasi wie die biblische Sintflut, die ja auch als Strafe für das Lotterleben der Menschen galt, das Hochwasser vom Juli die Stadt monatelang beherrscht hat. Und dass sie zeigt: Wo Not am Mann ist, halten alle zusammen. Über Partei-, Grundstücks- und Kellergrenzen hinweg.

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