Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt
Muslime demonstrieren für Meinungsfreiheit

Münster -

Der Regionalverband der Ditib-Moscheegemeinde rief am Freitag zu einer Demonstration vor der Geschäftsstelle der Westfälischen Nachrichten für demokratische Grundrechte auf. Rund 40 Muslime nahmen teil.

Freitag, 16.01.2015, 17:01 Uhr

Muslime bekannten sich am Freitag auf dem Prinzipalmarkt zur Pressefreiheit. Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann (2.v.l.) sprach von einem „guten Signal“.
Muslime bekannten sich am Freitag auf dem Prinzipalmarkt zur Pressefreiheit. Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann (2.v.l.) sprach von einem „guten Signal“. Foto: Oliver Werner

Die Männer, die sich am Mittag in der Ditib-Moschee am Bahnhof zum Freitagsgebet versammelten, wollten ein Zeichen setzen – und die freie Presse stärken. Die Muslime folgten dem Aufruf des Regionalverbandes ihrer Moscheegemeinde und demonstrierten vor der Geschäftsstelle der Westfälischen Nachrichten am Prinzipalmarkt nach dem Attentat von Paris für die demokratischen Grundrechte, speziell die Meinungsfreiheit. Rund 40 Muslime hielten Schilder hoch: Gegen Gewalt, gegen Terror.

Veli Firtina, Vorsitzender des Regionalverbandes von Ditib, erklärte, es sei Zeit für Solidarität – und in seiner Rede etwas später ging er noch weiter: „Es reicht nicht, uns gegen die Angriffe auf die Werte unserer freien Gesellschaft nur mit Stellungnahmen zu wehren“, sagte er und forderte die Muslime auf, Verantwortung dafür in der eigenen Religionsgemeinschaft übernehmen. „Wir stehen hier für religiöse Tugenden, für gegenseitige Achtung und Respekt – und gegen jegliche Gewalt.“

Dr. Norbert Tiemann , Chefredakteur unserer Zeitung, griff ebenfalls zum Megafon – und dankte spontan den Demonstranten „für das gute Signal“. Für Tiemann war die Kundgebung „ein sehr ermutigendes Zeichen“: „Wir brauchen solche Zeugnisse für die Pressefreiheit und die Grundrechte.“ Ein offensives Eintreten für die Freiheitsrechte und eine Ächtung jedweder Form von Gewalt sei wichtig, „damit den Fundamentalisten und Terroristen die geistige Basis und auch Rechtfertigung für ihr Tun entrissen wird“, so Tiemann.

Muslime demonstrieren für Meinungsfreiheit

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  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner
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  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner
  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner
  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner
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  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner
  • Solidarität mit den Medien zeigten Muslime bei einer Demonstration vor der WN-Geschäftsstelle. Foto: Oliver Werner

Auch Passanten registrierten die Aktion der Muslime, die ähnlich andernorts in der Republik stattfand. „Ich finde es gut, dass die Muslime von sich aus Stellung beziehen“, sagte Barbara Wachsmuth-Ritter aus Steinfurt. Kristin Baumann aus Münster war froh, dass Angehörige aller Religionen gegen Terrorismus Flagge zeigen. Dr. Franz-Josef ­Goertz ist nicht zufrieden: Er hält den Koran entgegen der Bekundungen der Muslime für eine Schrift „mit einem hohen Gewaltpotenzial“. Amir Sleiman vom Integrationsrat sieht komplexe Ursachen für das Entstehen des Terrorismus – auch in der Politik. „Wir müssen den Dialog suchen“, sagte er – und ist „froh, hier in Münster zu leben, wo das möglich ist“.  

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