„Münster gegen Pegida“
Demonstration am 30. Januar: „Wir müssen Toleranz vermitteln“

Münster -

Die Initiative „Münster gegen Pegida“ hatte bei ihrer Großkundgebung ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Nun beraten ihre Anhänger, wie es weitergehen soll.

Montag, 19.01.2015, 06:01 Uhr

Mit Kerzen hatten 10 000 Menschen in der münsterischen Innenstadt am 5. Januar gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert.
Mit Kerzen hatten 10 000 Menschen in der münsterischen Innenstadt am 5. Januar gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner

Für Vielfalt, Toleranz , Gleichheit und Freiheit: Am Freitag trafen sich Gründer und Unterstützer der Bewegung „ Münster gegen Pegida “ in der Zukunftswerkstatt im Kreuzviertel, um im Rahmen einer Ideenbörse die weitere Ausrichtung der Initiative zu beraten. Ungefähr 30 Interessenten diskutierten über organisatorische Neuerungen und die Ziele der Bewegung.

Theologiestudent Stephan Orth , Kopf der Initiative, lobte das Engagement der Teilnehmer: „Der Zuspruch für unsere Demo am 5. Januar war überwältigend. Es sollen sich möglichst alle Menschen einbringen, die sich für das Thema interessieren.“

10000 Münsteraner demonstrieren gegen Pegida

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  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner
  • Rund 8000 Menschen haben am Montagabend in der münsterischen Innenstadt gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung demonstriert. Foto: Oliver Werner

„Wir lassen uns nicht in die linke Ecke drängen"

Der eloquente Orth betonte die Überparteilichkeit der Initiative. „Wir lassen uns nicht in die linke Ecke drängen. Schließlich war auch die CDU zur Demo eingeladen.“ Man trete für eine pluralistische Gesellschaft ein und demonstriere gegen Fremdenfeindlichkeit. Diesem Meinungsbild schlossen sich auch die Unterstützer an. „Als wir gesehen haben, was Pegida da treibt, war für uns klar: bis hierhin und nicht weiter“, meinte etwa Michael Hartmann.

Unter den Teilnehmern entstand eine lebhafte Debatte über die weitere inhaltliche Ausrichtung der Initiative. Man müsse nicht gegen etwas, sondern für etwas eintreten, meinte die Studentin Theresa Jenner: „Wir dürfen nicht nur die Pegida-Leute verurteilen, sondern müssen unsere eigenen Werte in den Vordergrund rücken.“

Ähnlicher Meinung war auch Karl Gebhardt: „Hier findet kein Kampf der Kulturen statt. Wir müssen vor allem für die Trennung von Kirche und Staat eintreten.“ Student Bilal Allouch sprach sich gegen die Verwendung der Bezeichnung „Islamismus“ aus. „Terrorismus hat mit dem Islam gar nichts zu tun. Wir müssen der Jugend Werte wie Toleranz vermitteln.“

Nationalsozialisten feierten „Tag der nationalen Erhebung"

Die nächste Demonstration ist für den 30. Januar geplant, wenn auch die „Müngida“-Bewegung auf die Straße gehen will. Orth sieht darin eine besonders perfide Aktion, da dieses Datum durch die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten geschichtlich vorbelastet sei. Im Jahr 1933 wurde Hitler an diesem Tag als Reichskanzler vereidigt. Die Nationalsozialisten feierten den 30. Januar als „Tag der nationalen Erhebung".

Beim Anti-Pegida-Protest soll dieses Mal das Kulturprogramm noch breiter gestaltet werden, und auch Musiker wie Kabarettisten sollen auftreten. „Wir wollen ein langfristiges Zeichen für Frieden und Toleranz setzen und hoffen wieder auf viele Unterstützer“, sagt Stefan Orth.

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