Protest gegen TTIP
Filme gegen den Freihandel

Münster -

Mit drei Kurzfilmen will das Aktionsbündnis „Münster gegen TTIP“ über das geplante Freihandelsabkommen aufklären. Der Ton der Spots ist ironisch – das Anliegen der Macher jedoch ernst.

Freitag, 23.01.2015, 21:01 Uhr

Stellen die Kurzfilme vor (v.l.): die Bündnis-Mitglieder und -Sympathisanten
Stellen die Kurzfilme vor (v.l.): die Bündnis-Mitglieder und -Sympathisanten Foto: sape

Ein Spot zeigt, was im „Kleingedruckten“ steht. Der zweite parodiert einen EU-Handelskommissar und dessen Sicht auf TTIP . Und ein dritter Film malt ein düsteres Bild: Im Programmkino bleibt es dunkel, wenn das Freihandelsabkommen mit den USA in Kraft tritt. Anhand von drei Kurzfilmen will das Bündnis „ Münster gegen TTIPP“ Münsteraner für die möglichen Auswirkungen des geplanten Freihandelsabkommens sensibilisieren. Mehr als 5700 Menschen wurden bisher erreicht, genauer gesagt: 5700 Kinobesucher, denn die kurzen Spots laufen seit Jahresbeginn vor jedem Hauptfilm im Cinema an der Warendorfer Straße. Im Internet sind sie auf Youtube zu sehen.

Die drei jeweils zwei Minuten langen Filme wurden von Kunststudenten gedreht. Der Ton ist ironisch, aber der Hintergrund ist den Machern ernst: Die Spots sollen die Zuschauer dazu bewegen, sich mit TTIP auseinanderzusetzen. Am Ende folgt der Verweis auf die Homepage des Aktionsbündnisses mit der Möglichkeit, sich auch selbst zu engagieren. Wenn gewollt, können Kinobesucher im Cinema ihre Unterschrift gegen das Freihandelsabkommen dalassen. Es gebe in der Bevölkerung bereits spürbaren Unmut gegenüber TTIP, sagt Bündnissprecher Hannes Draeger. Viele hätten sich mit dem komplexen Thema aber auch noch gar nicht auseinandergesetzt, so Aktivist Jörg Rostek. Es sei aber auch schwierig, sich durch einen großen Wust an Informationen zu arbeiten, ergänzt Studentin Luisa Kömm. Die Kurzfilme laufen noch bis Ende Januar, danach will das Bündnis den Blick auf den 18. April richten, den globalen Aktionstag gegen TTIP.

Schon am Abend zuvor hatten Vertreter von „Münster gegen TTIP“ ihren großen Auftritt. Sie beteiligten sich – mit konstruktiver Kritik – an einer von der CDU veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema Freihandelsabkommen im Rathaus. Der münsterische Europaabgeordnete Markus Pieper ließ aber keinen Zweifel an seiner grundsätzlich positiven Haltung zu TTIP. „Ich sehe große Chancen für unseren heimischen Mittelstand“, erklärte er. Auch den Vorwurf, TTIP höhle die Demokratie aus, ließen er und CDU- Bundestagsabgeordnete Sybille Benning nicht gelten. „Als gewählte Vertreterin Münsters im Bundestag werde ich selbstverständlich die demokratischen Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten als hohes Gut sicherstellen. Eine Umgehung des Parlaments durch TTIP wird es nicht geben“, stellte Benning klar.  

"Der Vertrag": 

 

"Mit TTIP in eine ganz bestimmt bessere Zukunft":

 

"Filmförderung mit TTIP":

 
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