Protest gegen Pegida
„Das Boot ist nicht voll“

Münster -

Dieses Mal hatte das Organisationsteam um Stephan Orth an alles gedacht: eine große Bühne auf dem Domplatz, eine satte Verstärkeranlage, jede Menge Musik, jede Menge Ordner, sogar ein Stand mit warmen Kaffee.

Freitag, 30.01.2015, 20:01 Uhr

Voll, aber nicht übervoll war der Domplatz bei der zweiten Anti-Pegida-Kundgebung. 50 Helfer und 20 Künstler boten ein buntes Programm, Reden hielten unter anderem die SPD-Landtagsabgeordnete Svenja Schulze und der Islamwissenschaftler Prof. Mouhanad Khorchide.
Voll, aber nicht übervoll war der Domplatz bei der zweiten Anti-Pegida-Kundgebung. 50 Helfer und 20 Künstler boten ein buntes Programm, Reden hielten unter anderem die SPD-Landtagsabgeordnete Svenja Schulze und der Islamwissenschaftler Prof. Mouhanad Khorchide. Foto: Wilfried Gerharz

Alles war besser als bei der ersten Anti-Pegida-Kundgebung am 5. Januar – nur nicht der Zulauf. Statt 10 000 Menschen auf dem Domplatz wie bei der Premiere, wurden „nur“ 6000 (so die Angabe der Polizei) bis 7000 (so die Angabe der Veranstalter) gezählt.

Doch Stephan Ort scherte das wenig. Das alte Sprichwort „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“ habe für ihn keine Bewandtnis, wenn Menschen in Deutschland ganz offen Ressentiments schüren würden. „Wir wollen kein braunes Feuer, keine Nazi-Begriffe, keine Fremdenfeindlichkeit, keinen Rassismus“, meinte er in seiner Ansprache.

Die WN berichteten live von der Demo

Der Liveblog zum Nachlesen

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Aber auch ihm dürfte nicht verborgen geblieben sein, dass die Stimmung an diesem Freitagabend eine andere war als vor drei Wochen. Statt selbst bemalter Pappschilder wurden Parteiund Gewerkschaftsfahnen in die Höhe gehalten, die Ergriffenheit der Premierenveranstaltung war einer Weihnachtsmarktstimmung gewichen – einschließlich Glühweinstand, Pommes und Bratwurst.

Protest gegen Pegida – auf dem Weg zum Dom

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  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz
  • Tausende beteiligten sich an der Demo gegen Pegida. Foto: Wilfried Gerharz

Die Rolle des Warmmachers übernahm Oberbürgermeister Markus Lewe . Er lobte das insgesamt 70-köpfige Helfer- und Künstler-Team. Die Anti-Pegida-Kundgebung sei ein „Veranstaltung im Münster-Format“. Als Lewe sprach, hatte der Demonstrationszug, der um 16 Uhr am Bahnhof startete, den Domplatz noch gar nicht erreicht. Doch der Oberbürgermeister konnte nicht mehr warten, weil er von der Domplatzbühne sofort zum Kramermahl ins Rathaus eilen musste.

Eine überraschend starken Auftritt hatte Münsters Weihbischof Stefan Zekorn. Er appellierte unmissverständlich an die europäischen Regierungen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. „Das Boot Deutschland, das Boot Europa ist nicht voll.“

In eine ähnliche Richtung ging das Grußwort von Sharon Fehr, Sprecher der jüdischen Gemeinde in Münster. Es reiche nicht, den Fremden zu dulden, man müsse ihn auch akzeptieren.

Das Kulturprogramm reichte derweil von einem Streichensemble über den Kabarettisten Christoph Tiemann bis zu den Punch Drunk Poets und der Coverband Starlight Excess.

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