Neuer Chef beim Luftwaffenmusikkorps 3
Christian Weiper: Meister aller Flötentöne

Münster -

So ein Tausch ist in Militärmusikerkeisen eher ungewöhnlich: Der Chef der Big Band der Bundeswehr und der Chef des Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster haben nach relativ kurzer Zeit ihre Plätze getauscht. Für Oberstleutnant Christian Weiper war es ein Traum: Er ist Westfale, er wollte nach Münster.

Freitag, 06.02.2015, 17:02 Uhr

Die Erfüllung von Wünschen ist nicht vorrangige Aufgabe der Bundeswehr . Andererseits spricht nichts dagegen, durch einen einfachen Dienst-Tausch zwei musikalische Oberstleutnants glücklich zu machen: Timor Oliver Chadik war Chef des Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster und ist nun Leiter der Big Band der Bundeswehr in Euskirchen . Christian Weiper war Chef der Big Band der Bundeswehr in Euskirchen und ist nun Leiter des Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster. Ein Idealfall für beide.

„Münster – das war mein großer Traum“, sagt Oberstleutnant Weiper in seinem Büro in der Handorfer Lützowkaserne. Er ist seit Anfang Januar gewissermaßen Befehlshaber eines der größten Regional-Musikkorps überhaupt. 55 Musiker und neun Musikerinnen tun derzeit in Handorf ihren Dienst, davon 57 als Vollprofis im Feldwebelrang. „Damit können wir’s richtig krachen lassen“, sagt Weiper nicht unzufrieden. Zwischen Köln und Wilhelmshaven reist das Musikkorps hin und her – um zu repräsentieren, zu unterhalten und guten Eindruck zu machen, was seit der Bundeswehrreform noch wichtiger geworden ist.

Münster ist nicht nur musikalisch ein Traum. Es ist die Nähe zur Heimat, die Weiper schätzt: In Ahaus wohnen seine Frau und seine drei Kinder. „Die haben jetzt etwas mehr von ihrem Vater“, sagt der 47-Jährige. Er selbst stammt aus Ahaus-Wessum, wo der Musikverein sein zweites Zuhause war. Der Entschluss, Musiker zu werden, reifte während seiner dreijährigen Dienstzeit als Trompeter beim Heeresmusikkorps 100 in Münster. Ein Musikstudium (Trompete, Dirigieren) an den Musikhochschulen Münster und Enschede schloss sich an.

Der erste große Karrieresprung: Leiter der Musikschule Havixbeck und des berühmten Jugendorchesters. „Und da wäre ich heute noch . . .“ Wenn nicht die Arbeit mit Profimusikern gelockt hätte. Weiper leitete zwei Polizeiorchester, bevor er 2004 zum Bund ging. Wichtigste Station: Das Heeresmusikkorps 10 in Ulm, das er fünf Jahre lang führte.

Nach seinem zweijährigen Big-Band-Intermezzo freut sich Weiper auf den Dienst am Taktstock. Seinen Einstand gibt er am 1. März um 19 Uhr im Stadttheater mit einem Benefizkonzert für die Stiftung „Humanity Care“. Das Programm enthält alles, was des Blasmusikers Herz entzückt: Sinfonische Musik im ersten, gepflegte Unterhaltungsmusik im zweiten Teil. Wobei ein paar klassische Armeemärsche für Weiper zur Sinfonik zählen: „Wer sonst sollte die pflegen, wenn nicht wir?“

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Karten (6/16/26 Euro) gibt es unter anderem an der Theaterkasse, ✆ 5909 100.

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