In Münsters Proberäumen: Hanna Meyerholz und Phil Wood
Wie eine Seiltänzerin

Münster -

Hanna Meyerholz und Phil Wood haben im vergangenen Jahr ihr erstes Album veröffentlicht. Eine neue Platte ist in Arbeit. Warum die beiden eventuell im Sommer in einer Dubliner Fußgängerzone spielen, erzählen sie uns in ihrem "Proberaum".

Dienstag, 10.02.2015, 11:02 Uhr

Hanna Meyerholz und Phil Wood proben neue Songs. Das Duo geht im Sommer auf erste Auslandstournee nach England und Irland und will im kommenden Jahr ein neues Album aufnehmen.
Hanna Meyerholz und Phil Wood proben neue Songs. Das Duo geht im Sommer auf erste Auslandstournee nach England und Irland und will im kommenden Jahr ein neues Album aufnehmen. Foto: Julia Kwiatkowski

Der Proberaum ist diesmal eine Wohnung an der Wolbecker Straße. Die beiden, die hier musizieren, sind mit ruhigen akustischen Tönen unterwegs und stören die Nachbarschaft nicht. Gitarrenkoffer liegen auf dem Boden, ein Verstärker steht zwischen Bett und Aquarium, an der Wand hängt ein Bild von August Macke: der Seiltänzer.

Hanna Meyerholz und Philipp Heinrich sitzen auf dem Sofa und proben neue Songs. „Sollte der Akkordwechsel nicht zum Höhepunkt des Songs führen?“, fragt Heinrich, der sich als Künstler „ Phil Wood “ nennt. Sie diskutieren über Cis- und G-Moll, über wiederkehrende Gesangsphasen, über Strophen und Interludes.

Das erste Album

Kerzen im Zimmer geben eine heimelige Stimmung wieder, wie auch die Musik der beiden. Die warme Stimme von Meyerholz hallt durch das Zimmer, der sanfte Klang schwingender Saiten unterstützt den Song.

Vor einem Jahr haben Meyerholz und Wood ihr erstes Album veröffentlicht. „How To Swim“ ist für sie ein Meilenstein gewesen. Wie fühlt es sich an, wenn man das Album in den Händen hat? „Das Ergebnis von Jahren Arbeit zu sehen, ist ein super Gefühl. Aber auch ein melancholisches, weil man nichts mehr an dem Status quo des Albums ändern kann“, sagt Meyerholz. Mittlerweile hat sich viel in der Zeit nach der Veröffentlichung getan. Bei den Konzerten hat sich die Setlist stark verändert: Es überwiegen bereits die neuen Songs. Wir reden über Livekonzerte und darüber, wie Songs live anders klingen können als auf Platte. Philipp Heinrich kennt sich aufgrund seiner Akustikreihe „Phil Wood meets“ im Hot Jazz Club sehr gut aus: „Bei einem Album entscheidet man sich für einen Produzenten und eine gewisse Soundästhetik, die der Intention des Künstlers entspricht. In der Livesituation ist man mit spontanen Problemen konfrontiert. Das ist Heckmeck ohne Ende.“

Irland-Tour

Gerade erst hat das Duo den „Deutschen Rock- und Pop-Preis“ in der Kategorie Songwriter gewonnen, da steht die nächste Herausforderung an: eine Tour durch England und Irland . Eine logische Konsequenz, findet Meyerholz, herauszufinden, ob man im englischsprachigen Umfeld genauso gut aufgenommen wird: „Gibt es neue Möglichkeiten, oder stößt man an seine Grenzen? Und wenn ja, wie geht man damit um?“ Wie ein Drahtseilakt für eine Seiltänzerin.

Konzerttipp

Hanna Meyerholz und Phil Wood spielen live im Hot Jazz Club am 22. Mai. Als Vorband von Jolie Holland treten die beiden am 12. Februar im Gleis 22 auf.

...

Im Sommer schließt sie ihr Studium ab. Da ist es eine Selbstbelohnung, mit Phil Wood und einem Bulli auf Konzertreise zu gehen. „Ob es zwölf, 18 oder nur sechs Konzerte sind, wissen wir noch nicht. Vielleicht spielen wir auch nur in der Dubliner Fußgängerzone“, lacht Meyerholz.

Ist ein neues Album geplant? „Am liebsten hätte ich es im Frühjahr 2016 veröffentlicht, aber wir wissen, dass das sehr viel Arbeit ist und auch viel Geld kostet. Mal sehen, wann wir es realisieren können. Aber ich weiß, wir machen noch eins.“

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