ADFC-Umfrage unter mehr als 100 000 Radlern
Das beste Fahrradklima

Münster -

Münster wurde zum sechsten Mal in Folge als Stadt mit dem besten Fahrradklima in Deutschland ausgezeichnet. Und zwar in der Gruppe der Städte mit mehr als 200 000 Einwohnern. Der ADFC sieht in Münster allerdings noch Verbesserungs-Potenzial.

Donnerstag, 19.02.2015, 13:02 Uhr

Michael Milde, Leiter der städtischen Verkehrsplanung, nahm die Siegerurkunde bei der Auszeichnungsveranstaltung in Berlin entgegen. Rainer Bomba (l.), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Ulrich Syberg (r.), ADFC-Bundesvorsitzender, gratulierten.
Michael Milde, Leiter der städtischen Verkehrsplanung, nahm die Siegerurkunde bei der Auszeichnungsveranstaltung in Berlin entgegen. Rainer Bomba (l.), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Ulrich Syberg (r.), ADFC-Bundesvorsitzender, gratulierten. Foto: Michael Deckbar

(aktualisiert) Fahrradfreundlichkeit ist in Münster ein werbewirksames Aushängeschild. Seine Berechtigung haben die Bürger im aktuellen Fahrradklima-Test 2014 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ( ADFC ) nun bestätigt. Zum sechsten Mal in Folge erhielt die Stadt am Donnerstag unter den Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern die Auszeichnung für das beste Fahrradklima in Deutschland . Vertreter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung nahmen die Siegerurkunde bei einer Feierstunde in Berlin entgegengenommen.

Umfrage zum Fahrradklima in Münster

Die Einschätzungen und Erfahrungen, die die Bürger beim Test benannt haben, gelte es nun auszuwerten, erklärt Oberbürgermeister Markus Lewe. „Der Preis ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich, weiterhin aktiv für ein ausgezeichnetes Fahrradklima zu sorgen.“

Der ADFC-Fahrradklima-Test sei die größte Nutzerumfrage zum Radverkehr weltweit und habe sich in den vergangenen 25 Jahren eine hohe Anerkennung in der Fachwelt erworben, teilt die Stadt mit. Mehr als 100 000 Radfahrer beantworteten diesmal 27 Fragen in fünf Kategorien (Fahrrad- und Verkehrsklima, Stellenwert des Radverkehrs, Sicherheit beim Radfahren, Komfort beim Radfahren, Infrastruktur und Radverkehrsnetz.

Als passionierter Radfahrer freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über Münsters Spitzenplatz beim aktuellen Fahrradklima-Test.

Als passionierter Radfahrer freut sich Oberbürgermeister Markus Lewe über Münsters Spitzenplatz beim aktuellen Fahrradklima-Test. Foto: Presseamt Münster

Besonders gut abgeschnitten hat Münster in den Punkten Erreichbarkeit des Zentrums (1,4), Öffnung der Einbahnstraßen in Gegenfahrtrichtung (1,6) und Wegweisung (1,9), erklärt Matthias Wüstefeld , zweiter Vorsitzender des ADFC Münster/Münsterland. Nicht ganz so gute Noten gaben die Bürger in den Punkten Konflikte mit Pkw-Fahrern (3,2), Fahrraddiebstahl (4,9) und Fahrradabstellanlagen (3).

Den Kommunen hilft der Fahrradklima-Test bei der Standortbestimmung und hilft bei weiteren Planungen. Die jetzige Gesamtnote von 2,5 müsse Ansporn sein für weitere Verbesserungen, so Wüstefeld. „Münster lag schon einmal bei der Gesamtnote 1,8.“

Fahrradklima: Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten

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  • Simone Birkholz: Fahrradampeln sind eine gute Sache, aber mitunter unübersichtlich für Autofahrer. Man könnte Radfahrer-Ampeln tiefer hängen. Allerdings hat Münster ein sehr gut ausgebautes Radnetz und viele Radständer.

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  • Elke Kulinna: Die Spiegel, in denen Lkw-Fahrer und Busse Radfahrer im toten Winkel sehen, müssten an mehr Kreuzungen stehen, vor allem dort, wo schwere Unfälle passiert sind. Ich fahre wegen der Gefahren sehr defensiv, klingele profilaktisch und nehme Blickkontakt zu Pkw-Fahrern auf. Autofahrer übersehen Radfahrer oft beim Einbiegen von Seitenstraßen in Vorfahrtstraßen.

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  • Kristina Padberg: Es gibt zu wenige sichere Fahrrad-Stellplätze am Bahnhof und an anderen öffentlichen Plätzen. Gut ist, dass die Radfahrer auf abgegrenzten Wegen in den Verkehr integriert werden.

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  • Hans-Werner Stöcker: Im Großen und Ganzen ist die Radverkehrsplanung perfekt. Die meisten Einbahnstraßen sind in Gegenrichtung befahrbar, sodass man mit dem Rad schneller in der City ist als mit dem Pkw. Nach dem Umbau des Ludgerikreisels kommen Radfahrer langsamer durch, aber nicht sicherer.

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  • Paul Lotze-Hermes: In Münster ist es per Rad viel angenehmer als in vielen anderen Städten. Überall gibt es abgegrenzte Radwege. Auch die Promenade ist super. Gefährlich ist es allerdings im Ludgerikreisel und am Ring. Rechtsabbiegende Autos sind eine Gefahr für geradeaus fahrende Radfahrer.

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  • Alexander Weidner: Ich finde fahrradunfreundlich, dass die Fußgängerzonen so lange für Radfahrer gesperrt sind. Eine eigene Spur wäre nicht schlecht. Was mich ärgert, ist das moderne Raubrittertum der Polizei. Auch bei Bagatellvergehen wird abkassiert.

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  • Max Nieland: Der Ludgerikreisel ist eine Fehlkonstruktion, weil Radfahrer und Pkw-Fahrer nicht koexistieren können. Der wahnsinnige Stress könnte vermieden werden, wenn eine Extraspur für Radfahrer eingerichtet würde.

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Auf der Prioritätenliste des ADFC stehe vielerorts vor allem eine größere Radwegebreite. Radfahrer müssten vor allem in Kreuzungsbereichen besser im Sichtfeld der Pkw-Fahrer unterwegs sein. Zudem fehlten auch in den Wohngebieten vernünftige Fahrrad-Abstellanlagen.

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