Immer schön „stressfrei“
Münsterische Gründer wollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer glücklicher machen

Münster -

Sie wollen die Welt stressfreier machen. Vier Jungunternehmer aus Münster bieten Arbeitgebern und Arbeitnehmern an, "haushaltsnahe Dienstleistungen" zu organisieren. Für ein besseres Arbeitsklima. Ihr Name: "stressfrei".

Mittwoch, 04.03.2015, 10:03 Uhr

Stressfrei-Gründer  (v.l.): Niklas Brüning, David Schuffla, Frauke Scheffler und Stephan Freitag.
Stressfrei-Gründer  (v.l.): Niklas Brüning, David Schuffla, Frauke Scheffler und Stephan Freitag. Foto: bn

Frauke Scheffler hat nur bis 14 Uhr Zeit. „Bis dahin habe ich die Betreuung organisiert.“

Die Diplom-Volkswirtin mit einer 17 Monate alten Tochter bringt Erfahrung mit, wenn es um das Thema Stressbewältigung geht. „stressfrei“, so hat ein Quartett junger Gründer aus Münster sein neues Unternehmen genannt. Für die Startphase sind die vier in die Gründergarage an der Mendelstraße gezogen. Eine Chance, ohne Stress Ideen zu entwickeln, denn Miete fällt nicht an.

Gegen Burnout

David Schuffla, Stephan Freitag, Niklas Brüning und Frauke Scheffler geht es um Vereinbarkeit von Job, Privatleben und Familie. Denn Burnout, psychische Krankheit, Überforderdung seien heute Probleme für viele Betriebe. Mitarbeiter fallen aus, Ersatz ist schwer zu bekommen. „Die Auftragslage“, hat Niklas Brüning bei Vorgesprächen erfahren, „ist bei vielen Mittelständlern im Münsterland klasse.“ Aber die personellen Unsicherheiten sind groß.

Da wollen die „stressfrei“-Gründer helfen. Braucht ein Mitarbeiter eine Kinder- oder Seniorenbetreuung? Sie organisieren es. Wird eine zuverlässige Putzkraft gesucht, um die berufstätige Frau zu entlasten? Über den Online-Shop des Jungunternehmens soll geholfen werden. Soll der Dackel einmal am Tag Gassi geführt werden – auch dafür gibt es eine Lösung. „Wir haben in all diesen Service-Bereichen selbst gearbeitet“, sagt Niklas Brüning, „der Bedarf ist groß.“

Dabei denken die Jungunternehmer nicht an eine Jobvermittlung herkömmlicher Art. Geplant sind Kooperationen mit Arbeitgebern, die ihren Mitarbeitern den Service von „stressfrei“ anbieten – und sich auch finanziell daran beteiligen.

Großunternehmen würden längst schon Mitarbeiter durch soziale Sonderleistungen – vom Betriebskindergarten bis zur Massage am Arbeitsplatz – locken.

Kleinere Unternehmen hätten oft das Nachsehen. Die “stressfrei“-Leute aus Münster wollen mit ihren Serviceleistungen für bessere Mitarbeiterbindung sorgen.

Warten auf Förderung

Zunächst einmal sind die vier in der Startphase. Sie hoffen auf ein Exist-Gründerstipendium, um ihre Idee realisieren zu können. Aber Sondierungsgespräche haben schon stattgefunden. Schließlich wollen sie die Mitarbeiter selber einstellen, die sie später im Dienst der Stressbewältigung einsetzen wollen.

Faire Bezahlung, raus aus der Schwarzarbeiter-Nische – damit hoffen die Uni-Absolventen die richtigen Leute zu finden. Auch unter Münsters Studenten, die sich hier ihr Studium mit einem Nebenjob finanzieren könnten.

Wie das alles geht? Per Internet, in einem Webshop, der so einfach zu bedienen sein soll wie Amazon , versprechen David Schuffla und Stephan Freitag, die ihren Bachelor in „Information Systems“ in der Tasche haben.

Wo steht „stressfrei“ in einem Jahr? „Hoffentlich auf eigenen Füßen“, sagt Niklas Brüning.

Und Frauke Scheffler gibt sich da ganz optimistisch: „Wir treffen den Nerv der Zeit.“

www.stressfrei.services

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