Kulturausschuss diskutiert Chillida
„Wer bezahlt am Ende die Skulptur?“

Münster -

Selten hat man die Debatte über die Chillida-Skulptur so treffend zusammengefasst gehört, wie am Donnerstag im Kulturausschuss.

Donnerstag, 05.03.2015, 22:03 Uhr

Viel Dialogbedarf  gibt es derzeit über die Chillida-Skulptur.m
Viel Dialogbedarf  gibt es derzeit über die Chillida-Skulptur.m Foto: Oliver Werner

Dort stellte dessen Vorsitzender Dr. Dietmar Erber fest, dass es „keine juristischen Fragen“ gebe: „Der Chillida gehört dem Land.“ Vielmehr laute die entscheidende Frage: „Wer bezahlt am Ende die Skulptur ?“ Zusammengefasst: Dem Land gehört die Skulptur. Münster will die Skulptur. Wer zahlt?

Vor der Debatte hatte Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier für den Oberbürgermeister einen Bericht über das Kunstwerk „Toleranz durch Dialog“ abgegeben. Als Interims-Kulturdezernent erinnerte er an die Geschichte der Skulptur, die Eduardo Chillida „für Münsters Rathaus-Innenhof“ entworfen habe. Die Schenkung des Werks durch die WestLB sei zum Stadtjubiläum aus steuerlichen Gründen (wie im Kunstbereich üblich) rechtlich als „Dauerleihgabe“ qualifiziert worden.

Rechtlich sei es daher „kein Geschenk“, so Reinkemeier. Vielmehr galt ein Leihvertrag über zehn Jahre, der 2003 um zehn Jahre verlängert worden sei. In einem ersten Schritt hätten Stadt und Portigon AG jüngst vereinbart, einen neuen Leihvertrag abzuschließen. „Ziel ist, einen Ausgleich zwischen den rechtlichen und wirtschaftlichen Zwängen, denen die Portigon AG unterliegt, und dem kulturpolitischen Interesse der Stadt Münster zu erzielen“, betonte Oberbürgermeister Markus Lewe in dem Bericht, und zitiert ergänzend Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer (Vorstandsvorsitzender der Portigon AG): „Ich bin zuversichtlich, dass eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung möglich ist.“

Irritation kam in den Fraktionen hinsichtlich der Verlängerung der Leihfrist auf. Hatte der ehemalige Oberbürgermeister Berthold Tillmann im Jahr 2003 (anders als bisher bekannt) doch verlängert? Die Verwaltung soll dies klären. Einig waren sich die Politiker, dass „Chillida“ nicht zu einem Parteienstreit werden soll.

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