Beratung über Geld für Katholikentag
Noch kein Ja und kein Nein

Münster -

Soll die Stadt Münster 1,2 Millionen Euro zum Katholikentag 2018 beisteuern? Das Meinungsbild der Ratsparteien ist verworren. Die CDU sagt ja, die Linke sagt nein. SPD und FDP beraten noch, die Grünen schlagen einen anderen Weg vor: Sachleistungen statt Zuschuss.

Donnerstag, 12.03.2015, 05:03 Uhr

2018 kommt der Katholikentag nach Münster. Ob es Geld von der Stadt gibt oder nicht, ist noch offen.
2018 kommt der Katholikentag nach Münster. Ob es Geld von der Stadt gibt oder nicht, ist noch offen. Foto: Uli Deck

Beim Bistumsjubiläum im September 2014 verkündete Oberbürgermeister Markus Lewe: „ Münster kann Katholikentag .“ Ob Münster auch darf, das entscheidet sich am 25. März. Genauer gesagt: Dann entscheidet der Rat darüber, ob die Stadt Münster das Großereignis im Jahr 2018 finanziell unterstützt.

Während die CDU bereits am Dienstag verkündete, sie stehe uneingeschränkt zu dem Projekt, erklärte der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung am Mittwoch zum Abstimmungsverhalten seiner Fraktion: „Ich wage keine Prognose.“ Am kommenden Montag werde die SPD das Thema beraten. Im Raum steht der Vorschlag des Oberbürgermeisters, den insgesamt rund zehn Millionen Euro teuren Katholikentag mit 1,2 Millionen Euro aus der Stadtkasse zu unterstützen. Jung sprach in diesem Zusammenhang von einem „ordentlichen Betrag, der erklärungs- und rechtfertigungsbedürftig ist“.

Auf der anderen Seite, so Jung weiter, sei sich die SPD dessen bewusst, dass ein Katholikentag eine wichtige Veranstaltung mit einer bundesweiten Ausstrahlung sei.

Die Grünen haben bereits einen Änderungsantrag erarbeitet, den sie den anderen Parteien in den kommenden Tagen zur Beratung vorlegen möchten.

Der Tenor: Sachleistungen statt Barzuschuss. Nach Auskunft des Fraktionssprechers Otto Reiners könnte die Stadt Münster dem Veranstalter des Katholikentages verschiedene Vergünstigungen anbieten, etwa „Kongresstickets, Mietnachlässe, Ordnungs- und Reinigungsdienste zu Selbstkostenpreisen“. Darüber hinaus käme auch ein Rabatt bei der Nutzung der Halle Münsterland in Frage.

Ein Pauschalbetrag in Millionenhöhe indes kommt für Reiners nicht in Frage, zumal die Konditionen für einen Katholikentag auch bei anderen Großveranstaltungen Bestand haben müssten. „Wir dürfen niemanden bevorzugen oder benachteiligen.“

Die Veranstaltung als solches wird von den Grünen begrüßt. Es sei eine Selbstverständlichkeit, „den Organisatoren mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Reiners will nach eigenem Bekunden mit der SPD über den Antrag beraten.

Die FDP wird nach Auskunft ihrer Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff am kommenden Montag ihre Position in Sachen Katholikentag festlegen. In der Vergangenheit hatte sich die FDP ablehnend geäußert.

Kritik kommt von der Linken: „Es ist nicht nachvollziehbar und inakzeptabel, warum Münster den katholischen Kirchentag mit 1,2 Millionen Euro subventionieren soll“, so der Fraktionschef Rüdiger Sagel in einer Erklärung.

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