Wer wird neuer Mega-Dezernent?
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Münster -

Bildungsdezernent Paal führt nach dem Weggang von Dr. Andrea Hanke gleichzeitig die Geschäfte des neu zugeschnittenen Mega-Dezernats für Soziales, Integration, Kultur und Sport – und zudem das Rechtsamt und das Gesundheitsamt. Im Rathaus heißt es, dass das veränderte Dezernat eine viel zu große Aufgabenbreite hat.

Dienstag, 17.03.2015, 08:03 Uhr

Thomas Paal 
Thomas Paal  Foto: Günter Benning

Noch vertritt sich der wiedergewählte Beigeordnete selbst in seinem Amt. Münsters neuer Bildungsdezernent Thomas Paal führt nach dem Weggang seiner Vorgängerin Dr. Andrea Hanke gleichzeitig die Geschäfte des neu zugeschnittenen Mega-Dezernats für Soziales, Integration, Kultur und Sport. Und dazu gehören nach der durch den Rat neu beschlossenen Aufgabenzuordnung zusätzlich das Rechtsamt und das Gesundheitsamt. Im Rathaus heißt es hinter vorgehaltener Hand, dass das veränderte Dezernat eine viel zu große Aufgabenbreite hat.

Deutlich wird das beim laufenden Ausschreibungsverfahren, die vakante Dezernenten-Stelle soll mit Hilfe eines Personalberatungsunternehmens besetzt werden. Die Stadt Münster sucht einen Juristen oder noch besser eine Juristin, der oder die in der Sozialarbeit modern aufgestellt ist, eine aktivierende Arbeitsmarktpolitik betreibt und neue Akzente in den Feldern Kultur, Sport und Gesundheit setzen kann. Und: Der oder die Neue sollte ein SPD-Parteibuch in der Tasche haben, denn bei den Sozialdemokraten liegt das Vorschlagsrecht.

Die Führungscrew um Fraktionschef Dr. Michael Jung hat ihre Fühler zu gut vernetzten Sozialdemokraten, unter anderem in Düsseldorf, ausstreckt. Hinzu kommt, dass die Suche nach solchen Spitzenbeamten nicht einfach ist. In den Nachbarkreisen Steinfurt und Coesfeld gibt es große Probleme, geeignete Landratskandidaten zu finden. In Bielefeld musste der neue Sozialdezernent per Zeitungsannonce gesucht werden. Am Ende wurde es ein Abteilungsleiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Jung („Es gibt derzeit keinen Favoriten“) zeigt sich zuversichtlich, dass der Rat Ende Juni über einen qualifizierten Kandidaten abstimmen kann. Ziel sei es, jemanden von außerhalb in die Stadtspitze zu holen, nachdem die jüngsten Neubesetzungen auf den Dezernenten-Stellen mit Verwaltungsurgestein Alfons Reinkemeier (CDU) und dem früheren SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer aus dem direkten Rathaus-Umfeld kamen.

In die falsche Richtung gehen damit Stimmen, die Münsters engagierte Sozialamtsleiterin Dagmar Arnkens-Homann nennen. Auch wenn sie als SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreis Warendorf parteipolitisch erfahren ist, hat sie mit Blick auf das Rechtsamt nicht den juristischen Hintergrund. Die Personalie ist nach Informationen unserer Zeitung weder in der Führung diskutiert worden, noch hat sich Arnkens-Homann selbst ins Gespräch gebracht.

Ebenso wenig kommt SPD-Oberbürgermeisterkandidat Jochen Köhnke infrage. Sein Name wird häufig genannt, weil die Stelle des Sozialdezernenten möglicherweise „der Lohn“ für die OB-Kandidatur sein könnte. Dagegen sprechen zwei klare Fakten: Zum einen wird der neue Beigeordnete vor dem OB gewählt, und zum anderen wird Köhnke in diesem Sommer 60 Jahre alt – ein neu gewählter Dezernent sollte zumindest die erste Amtszeit (sieben Jahre) bis zum Erreichen der Altersgrenze zu Ende bringen.

 

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