Samer S. soll Freundin mit Messer verletzt haben
Verurteilter Brandstifter wieder vor Gericht: Sechs Anklagen

Münster -

Erst vor wenigen Monaten ist Samer S. aus Münster wegen Brandstiftung zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Seit Mittwoch werden am Landgericht sechs weitere Anklagen der Staatsanwaltschaft gegen den 29-Jährigen verhandelt. Alle Taten soll er 2013 begangen haben, also vor der Brandserie.

Mittwoch, 18.03.2015, 19:03 Uhr

Samer S. soll Freundin mit Messer verletzt haben : Verurteilter Brandstifter wieder vor Gericht: Sechs Anklagen
Foto: dpa

Meist spielt Gewalt eine Rolle: So soll Samer S. seine damalige Freundin nach ihrem Dienst in einem Billard-Center in Dülmen auf dem Parkplatz geschlagen und in sein Auto gezerrt haben. „Ich habe Blut in ihrem Gesicht gesehen“, sagte beim Prozessauftakt ein Freund von Samer S. aus.

In der Nacht soll er seine Freundin laut Anklage in seiner Wohnung mehrmals mit der Faust ins Gesicht und auf den Brustkorb geschlagen und mit einem Messer in ein Handgelenk geschnitten haben. Mehrfach habe er mit ihr Sex gehabt und die Frau habe es über sich ergehen lassen, erklärte die Staatsanwältin. Die Frau aus Senden erstattete am nächsten Tag Anzeige gegen Samer S.

Zur Überraschung der Richter zog der Anwalt der Frau, die als Nebenklägerin auftreten wollte, deren Strafantrag zurück und erklärte, dass sie und Samer S. mittlerweile verlobt seien. Die Frau erschien erst gar nicht.

Vier junge Männer wiederum schilderten, wie sie von Samer S. in der Fußgängerzone der Windthorststraße beinahe umgefahren worden seien. Als die jungen Leute sich lautstark beschweren, sei der Fahrer ausgestiegen und hätte alle mit Faustschlägen verletzt. „Hätte er sie plattgefahren?“, fragte der Vorsitzende Richter. „Es hätte nicht jeder Zentimeter gezählt, aber man musste zur Seite springen“, sagte einer der Zeugen.

Als nach gut sechs Stunden Verhandlung die Mutter des Angeklagten den Zuschauerraum verlassen wollte, kollabierte sie zwischen den Stühlen. Samer S. stürmte vom Anklagetisch zu den Zuschauerreihen – die Sicherheitskräfte waren überrascht. Als er gestoppt, werden sollte, raunte er einen Wachtmeister ähnlich respektlos wie im Brandprozess an: „Geh weg, du Esel, ich will meiner Mutter helfen. Ruf doch die ganze Zentrale“. Die Beamten orderten für alle Fälle zusätzliche Kollegen.

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