Katholikentags-Debatte eine Farce
Dummheiten im Rat

Münster -

Die Katholikentags-Debatte vermittelte über weite Strecken den Eindruck, als sei die Kirche ein lästiger Bittsteller, als sei ein Katholikentag ein belangloses Schützenfest. Aus vielen Redebeiträgen im Rat sprach Dummheit. Ein Kommentar.

Donnerstag, 26.03.2015, 07:03 Uhr

Rat der Stadt Münster
Der Rat der Stadt Münster lehnte einen Barzuschuss zum Katholikentag ab. Foto: Oliver Werner

Am Ende der Debatte hatte der Pirat Johannes Schmanck eine böse Vorahnung: Vermutlich werde in der Zeitung stehen, dass es im Rat zugegangen sei „wie bei Don Camillo und Peppone“. Der sarkastische Kommentar von Oberbürgermeister Markus Lewe dazu: „Das wird sich wohl kaum vermeiden lassen.“

In der Tat: Die Katholikentags-Debatte vermittelte über weite Strecken den Eindruck, als sei die Kirche ein lästiger Bittsteller , als sei ein Katholikentag ein belangloses Schützenfest, bei dem sich die Festgesellschaft auf Kosten des Steuerzahlers betrinken möchte. Stellvertretend für die Dummheit, die aus vielen Redebeiträgen sprach, hier ein Zitat des Parteilosen Richard Mol: „Der Katholikentag ist eine Privatveranstaltung, die auch privat finanziert werden sollte.“

Falsch: Kirchen- und Katholikentage sind die letzten noch verbliebenen Foren mit bundesweiter Ausstrahlung, auf denen die Gesellschaft sich selbst reflektieren kann. In dieser Hinsicht ist der Katholikentag 2018 allemal vergleichbar mit dem Jahr 1998, als in Münster „350 Jahre Westfälischer Friede“ gefeiert wurde.

Apropos Vergleiche: Leider verpufften Lewes gute Argumente („Bei Großveranstaltungen können wir die Spielregeln nicht allein bestimmen“), weil sich sein Parteifreund Stefan Weber in einem falschen Vergleich verhedderte: „SPD und Grüne fordern Barleistungen für Sozialhilfeempfänger, lehnen sie für das Zentralkomitee der Katholiken aber ab.“ Noch so eine Dummheit.

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