Aktion „Gutes Morgen Münster“
Kleine Teilchen ganz groß

Münster -

Die Nano-Bioanalytik ist eine Zukunftschance für Münster, weil so viele Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen an ihr mitwirken.

Donnerstag, 26.03.2015, 19:03 Uhr

Sehr große Maschinen werden benötigt, um den ganz kleinen Teilchen im Nanobereich auf die Spur zu kommen. Mit dem Nano-Bioanalytik-Zentrum und dem Zentrum für Nano-Technologie (Foto) hat Münster Spitzeneinrichtungen mit überregionaler Bedeutung.
Sehr große Maschinen werden benötigt, um den ganz kleinen Teilchen im Nanobereich auf die Spur zu kommen. Mit dem Nano-Bioanalytik-Zentrum und dem Zentrum für Nano-Technologie (Foto) hat Münster Spitzeneinrichtungen mit überregionaler Bedeutung. Foto: Roman Mensing

„Eine gute Analytik wird immer gebraucht.“ Klar, dass Dr. Klaus-Michael Weltring so etwas sagt, denn er ist der wissenschaftliche Leiter des Nano-Bioanalytik-Zentrums in Münster .

Doch die Analysen, die hier durchgeführt werden, haben es in sich: Wie kann ein Arzt sicher gehen, dass der medizinische Wirkstoff, den er verabreicht, auch tatsächlich in der Krebszelle ankommt? Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich die Wissenschaftler an der Mendelstraße.

Noch so eine Frage, um die es geht: Wie kann der Lebensmittelproduzent sicher gehen, dass die Farbmittel, mit denen seine Verpackungen bedruckt, nicht in die Lebensmittel eindringen?

Mit Antworten auf diese Fragen, sprich mit den entsprechenden Analysen, kann man Geld verdienen. Die Erkenntnis, die dahinter steht, formuliert Dr. Weltring so: „Wir müssen die Lücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schließen.“

Genau das schafft das Nano-Bioanalytik-Zentrum, ebenso wie das benachbarte Zentrum für Nano-Technologie (Centech). Zum Forschungsverbund bei den Nanowissenschaften gehören auch das Max-Planck-Institut und das Exzellenzcluster der Uni Münster mit dem Titel „Cells in Motion“.

Sie alle widmen sich einem Thema, das umgangssprachlich auch „Lehre der kleinsten Teilchen “ genannt wird. Das Spannende dabei: Diese Wissenschaft, für Weltring eine Schlüsselwissenschaft schlechthin, ist interdisziplinär und speist sich aus dem Wissen von Medizinern, Pharmazeuten, Biologen, Physikern und Chemikern. Weil es all die Wissenschaftler in Münster gibt, klappt es auch so gut mit den Nanowissenschaften.

Grund genug für die Aktion „Gutes Morgen Münster“, die Nano-Bioanalytik in den Kreis der Referenzprojekte aufzunehmen, die für die Zukunft der Stadt wichtig sind. Rund 1000 hochwertige Arbeitsplätze gibt es laut Weltring in diesem Bereich in Münster schon. Es könnten noch deutlich mehr werden, weil die Stadt, die Wirtschaftsförderung Münster und die Uni Münster hier ihre Kräfte bündeln.

Das Ziel, das der wissenschaftliche Leiter für erreichbar hält: Münster innerhalb von zehn Jahren als internationales Zentrum der Nano-Sicherheit zu etablieren. Angesichts immer neuer Produkte und immer neuer Medikamente und immer neuer Herstellungsverfahren sei das demnächst so „wichtig wie der TÜV für den Straßenverkehr“.

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