Endlich mehr als schöne Bilder
LVM investiert am Wasser – und trägt damit zur Befriedung der Hafendebatte bei

Es ist inzwischen 13 Jahre her, dass die insolvente Firma Ostermann & Scheiwe (Osmo) ihre Arbeit auf dem Betriebsgelände am münsterischen Hafen einstellte. Was mit dem Gelände geschehen soll, sorgte mitunter für heftigen Streit. Jetzt besteht die Chance, dass die Hafendebatte befriedet wird. Ein Kommentar.

Sonntag, 29.03.2015, 18:03 Uhr

LVM-Pläne
Hartwig Schultheiß, Dr. Henning Müller-Tengelmann und Jochen Herwig (v. l.) stellten den Entwurf der neuen Bebauung vor. Foto: Matthias Ahlke

Seit 13 Jahren gibt es immer wieder neue Ideen, neue Pläne, neue Konzepte und auch neue Bilder zur künftigen Gestaltung des brachliegenden, aber günstig gelegenen Industrieareals.

In dieser Woche hat die LVM-Versicherung  als Investor ein Projekt samt Architekturkonzept und Animation vorgestellt , von dem man sich auch tatsächlich vorstellen kann, dass es realisiert wird. Bei einem Investorenwettbewerb für die 10 500 Quadratmeter große Fläche am Hafenbecken konnte sich der LVM gegen die Mitbewerber Delta-Immobilien in Osnabrück und Grimm-Holding in Münster durchsetzen.

Für die neue Zuversicht, die nach jahrelangem Streit am Hafen herrscht, gibt es gute Gründe: Der LVM ist ein grundsolides und finanzstarkes Unternehmen. Wenn der Unternehmenschef Jochen Herwig ankündigt, für 60 Millionen Euro ein Gebäude mit Büroflächen, Gastronomie und Wohnungen zu errichten, dann kann man sicher sein, dass es nicht nur bei schönen Bildern bleibt. Man kann auch sicher sein, dass der Investor nicht plötzlich auf eine Billig-Architektur verfällt, nur weil ihm das Geld ausgeht.

Und noch etwas dürfte zweifelsfrei Wirkung zeigen: Der LVM ist ein so wichtiger Arbeitgeber und ein so wichtiger Gewerbesteuerzahler, dass sich Münsters ansonsten so diskussionsfreudige Ratsmitglieder nicht trauen werden, den Versicherungsriesen zum parteipolitischen Spielball zu machen. Auf jeden Fall wird kolportiert, dass auch die Politiker, die in der Jury saßen, ganz angetan waren.

Das lässt hoffen. Es kann gut sein, dass der LVM nicht nur ein großes, schickes und hochwertiges Mietgebäude errichtet. Es besteht darüber hinaus die Chance, dass die Versicherung zur Befriedigung der mitunter sehr heftigen Hafendebatte beiträgt.

Aber vielleicht hat auch einfach nur die Zeit geholfen. Selbst die eifrigsten Streithähne sind nach 13 Jahren einfach mal müde.

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