In Münsters Proberäumen
Primärhobby Malcolm Rivers

Münster -

Im dritten Teil unserer Serie gibt es ordentlich was auf die Ohren. "Malcolm Rivers" spielen ein Postcore-Metal-Gemisch, das an Evergreen Terrace und Bring Me The Horizon erinnert. Wir haben das Quintett im Proberaum besucht.

Mittwoch, 01.04.2015, 13:04 Uhr

Das sind Malcolm Rivers (v.l.):  Rene Unnerstall, Andreas Unnerstall, Jan Hinz, Leonardo Luther und Till Schulz.
Das sind Malcolm Rivers (v.l.):  Rene Unnerstall, Andreas Unnerstall, Jan Hinz, Leonardo Luther und Till Schulz. Foto: Julia Kwiatkowski

Der Proberaum liegt diesmal an der Hammer Straße. Vor der Tür steht ein schwarzer Bulli mit weißem Schriftzug: Malcolm Rivers . Der Raum hat eine große Fensterfront. Das nahe gelegene Preußenstadion kann man dadurch aber nicht sehen. Ein iPad steht auf einem Notenständer und an einem Gitarrenkoffer liegt eine Packung Kamillentee mit dazugehörigen Teefiltern.

Malcolm Rivers machen nach eigenen Angaben Postcore und warnen uns, dass sie eine sehr laute Probenraumlautstärke hätten.

Vertrackte Songs

Zwei Lieder später. „Das waren etwas hardcorige Songs. Wir haben eine gehörige Portion Metaleinfluss und sind über die beiden EPs aber deutlich melodischer geworden“, sagt Jan Hinz (32). Er ist Gründer, singt und spielt Gitarre bei Malcolm Rivers. Die Idee zur Band hatte er 2008. Seitdem hat die Besetzung mehrmals gewechselt, jüngst ist Bassist Rene Unnerstall (22) dazugekommen.

Wir reden übers Songwriting der Band. „Zwei oder drei von uns machen sich Gedanken zu einem Song und dann werden die Ideen als Datei herumgeschickt“, erklärt Drummer Leonardo Luther (23). Hinz und Lead-Sänger Andreas Unnerstall (30) schreiben die Texte. In der Regel bleibt es nicht bei dem Grundgerüst, weil jeder noch etwas einbringt: Daher wirken die Songs collagiert, vertrackt und eigenständig. Ein wenig wie ein Baukastensystem.

Und woher stammt der Bandname? „Malcolm Rivers ist der schizophrene Serienmörder aus dem Film ‚Identität‘ mit John Cusack“, erzählt Jan Hinz. Gitarrist Till Schulz (32) ergänzt, dass damals Cusack noch gute Filme gedreht habe.

Nach zwei veröffentlichten EPs sitzt die Band aktuell an ihrem ersten Album. Die Aufnahmen aus dem vergangenen Jahr müssen überarbeitet werden, schließlich soll der neue Bassist darauf auch zu hören sein. „Ich musste mir erst die alten Songs reinprügeln“, sagt Rene Unnerstall.

Fehlendes Plattenlabel

Wenn er seinen Part eingespielt hat, steht noch das Mastering an. Ein Plattenlabel haben Malcolm Rivers noch nicht, bisher hat die Band alles in Eigenregie veröffentlicht.

Ihre Band sehen sie als teures Hobby. Und das ist der gemeinsame Nenner. Das „ Primärhobby “. Trotzdem: „Ein Album finanziert sich nicht von alleine. Und wir fahren auch mal ein paar hundert Kilometer, um 30 Minuten auf der Bühne zu stehen. Natürlich hat man Ausgaben. Wenigstens das Spritgeld sollte reinkommen. Wer uns gut findet und unterstützen will, könnte auch ein T-Shirt von uns kaufen. Eine Band ist eben nicht nur Musik“, sagt Hinz.

Dennoch ist das Ziel nicht der Verdienst, sondern so viel wie möglich zu spielen – und Alben zu veröffentlichen.

 

Im Proberaum mit Malcolm Rivers

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  • Der Schriftzug der Postcore-Band hängt im Proberaum an der Wand.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Malcolm Rivers können folgenden Genres zugeordnet werden: Post-Core, Hardcore, Metal.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Das sind Malcolm Rivers (v.l.):  Rene Unnerstall, Andreas Unnerstall, Jan Hinz, Leonardo Luther und Till Schulz.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Referenzen der Band sind: Evergreen Terrace, Killswitch Engage, Misery Signals

    Bring Me The Horizon, Architects

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Gegründet wurde die Band von Jan Hinz im Jahr 2008.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Seitdem hat die Besetzung ständig gewechselt. Mittlerweile ist Jan Hinz einziges Gründungsmitglied.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Drummer Leonard Luther spielt noch in zwei weiteren Bands Schlagzeug.

    Foto: Julia Kwiatkowski
  • Nach zwei veröffentlichten EPs sitzt die Band aktuell an ihrem ersten Album

    Foto: Julia Kwiatkowski

 


 

Es gibt zwei weitere Folgen unserer Serie "In Münsters Proberäumen":

Teil 1: Suntrigger

Teil 2: Hanna Meyerholz und Phil Wood

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