Christian Büschenfeld entwirft Club-Flyer und Plakate
Der Stadt-Gestalter

Münster -

Wenn ein Flyer oder ein Plakat für eine Party im Club „Der Stur“ werben, dann steckt Christian Büschenfeld dahinter. Der 26-Jährige hat an der Fachhochschule Münster studiert. In dem Club, für dessen Partys er ausgefallene Flyer entwirft, legt er auch selber auf.

Dienstag, 07.04.2015, 10:04 Uhr

Flyer und Plakate für Partys in Münster entwirft Grafik-Designer Christian Büschenfeld. Unter anderem werben seine Flyer für die Partys (kl. Fotos, von oben) „Seance“, „Tempomat“ und „Freckles“.
Flyer und Plakate für Partys in Münster entwirft Grafik-Designer Christian Büschenfeld. Unter anderem werben seine Flyer für die Partys „Seance“, „Tempomat“ und „Freckles“. Foto: kal

Was Christian Büschenfeld an seinem Laptop ausbrütet, kann ein paar Tage später die ganze Stadt sehen. Das Ergebnis seiner Arbeit hängt an Stromkästen und Mülleimern, in Unterführungen und Szene-Clubs. Christian ist Grafik-Designer – und entwirft Plakate und Flyer für Partys, die vor allem im Club „Der Stur“ auf dem Germaniacampus stattfinden.

„Wenn ich durch die Stadt gehe und meine Plakate sehe, ist das natürlich großartig“, sagt der 26-jährige Absolvent der Fachhochschule. „Damit gestalte ich schließlich das Stadtbild mit.“ Wobei Christian klarstellt, dass er Plakate und Flyer nur entwirft – mit dem Aufhängen aber nichts zu tun habe. Die Randbemerkung erfolgt nicht ohne Grund: Party-Plakate kleben nicht selten an Stellen, wo sie gar nicht kleben dürften. Wer beim Aufhängen erwischt wird, kann Ärger mit den Behörden bekommen.

Zurück zu Christian. „Seance“ heißt eine Techno-Partyreihe, die regelmäßig im „Stur“ stattfindet. Das Plakat zur letzten Ausgabe zeigt ein archaisch anmutendes weißes Männchen in tanzähnlicher Pose. Als Vorlage diente ihm eine Figur aus einem Hieronymus-Bosch-Gemälde. Auch bei Plakaten für frühere Seance-Partys bediente er sich bei Bosch . Blickfänge allesamt, die aus dem Meer der Party-Plakate in Münster heraus stachen. „Zu viele Plakate haben zu viele Infos. Meine Entwürfe sollen den Inhalt auf das Wesentliche reduzieren, minimalistisch sein – und damit auffallen“, sagt er.

Seine Plakate werben für Partys, deren Veranstalter er kennt und deren Musik – Techno und House – er mag. „Die Entwürfe mache ich zum Freundschaftspreis.“ Für den tausendfachen Druck sind dann die Veranstalter zuständig. Der sei nicht so teuer wie man denkt, sagt Christian. Online könne man Flyer und Poster günstig bestellen.

Danach werden sie in der Stadt verteilt. „Plakatieren in Münster ist Krieg“, klagt er. Kaum freie Stellen, Konkurrenzveranstalter, die Leute losschicken, damit diese fremde Poster abreißen oder überkleben. „Manchmal hängen unsere Poster nur drei Stunden“, sagt Christian.

Auch für eine eigene Partyreihe wirbt der Designer. „Tempomat.“ Die nächste Ausgabe ist am 30. April im „Stur“. Da ist er dann auch für die Musik zuständig. Als DJ „Büschi 3000“ legt er Italo Disco und Funk auf.

Wie geht es weiter? „Mit 40 werde ich wohl keine Party-Plakate mehr machen“, sagt Christian. Weil er dann schon weiter von der Zielgruppe entfernt sein wird als heute. Aber es gibt ja zum Glück auch noch viele andere Dinge, die nur darauf warten, professionell gestaltet zu werden.

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