Otto Hersing kämpfte im Ersten Weltkrieg
In der Türkei ein Held: Münsteraner versenkte 40 Schiffe

Münster -

Ein Münsteraner wird noch heute in der Türkei als Held verehrt: Otto Hersing lebte seit 1935 in Gremmendorf. Während des Ersten Weltkrieges half er mit, die Eroberung Istanbuls zu verhindern.

Donnerstag, 16.04.2015, 11:04 Uhr

Ein Münsteraner schrieb vor genau 100 Jahren Weltgeschichte mit. Otto Hersing , nach dem in Gremmendorf ein Weg benannt ist, kämpfte bei der „Schlacht von Gallipoli“ im Frühjahr 1915 an der Seite des späteren türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk und half, alliierte Truppen an der Landung auf den Dardanellen zu hindern.

Briten und Franzosen konnten damit ihren Plan, von dort aus Konstantinopel (das heutige Istanbul) zu erobern, nicht umsetzen. Die Niederlage mussten sie teuer bezahlen – 131 000 Menschen verloren bei der in der Türkei zum Mythos hochstilisierten Schlacht ihr Leben.

Auf Einladung des Generalkonsuls der Republik Türkei findet am heutigen Donnerstag um 16 Uhr auf dem Friedhof in Angelmodde eine Gedenkfeier für Otto Hersing statt. Der Mann, der vor 100 Jahren vor den Dardanellen von einem U-Boot aus zwei britische Panzerschiffe versenkte und dafür später den Tapferkeitsorden „Pour le Mérite“ erhielt, ist hier begraben.

Während seiner militärischen Karriere soll Hersing 36 Schiffe und vier Kriegsschiffe versenkt haben. In seiner Zeit wurde er als Held verehrt. Selbst Winston Churchill sprach Hersing die „Hochachtung“ aus. Seine Bewunderer feierten ihn als „Zerstörer der Schlachtschiffe“.

Geboren wurde Otto Hersing 1885 in Mühlhausen im Elsass. Schon früh trat er in die kaiserliche Marine ein. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges befehligte er ein U-Boot. 1914 ging er in die Seekriegsgeschichte ein. Hersing war der erste Kommandant, der einen scharfen Torpedoschuss abfeuern ließ. Vor der Küste Schottlands versenkte er die HMS Pathfinder. Kurz darauf geriet er erneut in die Schlagzeilen – mit der ersten Überseefahrt eines U-Bootes durch die Straße von Gibraltar. Vor den Dardanellen vernichtete er schließlich die britischen Schiffe HMS Triumph und HMS Majestic. Das trug mit dazu bei, dass die Briten ihre geplanten Dardanellen-Operation abbrachen.

Otto Hersing wurde vom – mit dem Kaiserreich verbündeten – Osmanischen Reich fortan als „Retter der Dardanellen“ verehrt. Später wurde er Lehrer an der U-Boot-Schule in Eckernförde und Chef einer U-Boot-Flottille. Aus Gesundheitsgründen verabschiedete sich Otto Hersing 1924 von der Marine.

1935 zog er mit seiner Frau nach Münster . In Gremmendorf nahmen sich die beiden eine Wohnung am Vörnste Esch 29. Schnell fanden die beiden Anschluss, Hersing wurde zum Ehrenmitglied des Orts- und Schützenvereins und der Karnevalsgesellschaft Pängelanton ernannt. Und auch der Marinekameradschaft Münster gehörte er an.

1960 verstarb Hersing nach langer, schwerer Krankheit. Sein Grab befindet sich auf dem Angelmodder Friedhof. Noch lange nach seinem Tod pflegte seine Frau die Erinnerung an den Kriegshelden – in zwei Gedenkräumen voller Devotionalien am Vörnste Esch.

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