Kirchen schreiben Innenminister
„Abschiebezentrum“ schlägt hohe Wellen

Münster -

Das Bündnis gegen Abschiebung Münster schlägt Alarm: Die Notunterkunft für Flüchtlinge in der alten Wartburg-Hauptschule diene als „Abschiebungszentrum“, schreibt das Bündnis in einer Pressemitteilung. Und schlägt damit hohe Wellen: Am Donnerstag kündigten die Kirchen in Münster eine gemeinsame Reaktion an.

Freitag, 24.04.2015, 06:04 Uhr

Hintergrund ist, dass das Land Nordrhein-Westfalen, dem die Stadt das ehemalige Schulgebäude zur Verfügung gestellt hat, die Notunterkunft inzwischen vorrangig für Flüchtlinge aus dem Kosovo nutzt – und diese nicht mehr auf andere Unterkünfte und Kommunen weiterverteilt. Ziel der Landesregierung sei vielmehr eine zügige „Rückführung“ ins Kosovo, bestätigte ein Sprecher der für die Unterkunft zuständigen Bezirksregierung Arnsberg.

Das münsterische Bündnis befürchtet nun massenhafte Abschiebungen. Zu den „sehr kurzfristig bekannt gewordenen Entwicklungen“ wollen Stadtdechant Jörg Hagemann und Superintendentin Meike Friedrich am heutigen Freitag Stellung nehmen und ein Schreiben vorstellen, das die Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche in Münster an den Innenminister des Landes NRW, Ralf Jäger, richten.

Kritik kommt auch von Rüdiger Sagel , Fraktionschef der Linken in Münster: „Die Gutwilligkeit der Fraktionen im Rat und der münsterischen Verwaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen wird seitens der SPD-Grünen-Landesregierung schamlos und in infamer Weise ausgenutzt.“ Dies sei ein Skandal, „denn es gab völlig andere Absprachen mit der Stadt und ihren Fraktionen“, so Sagel in einer Mitteilung. 

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