Grundstein für Empfangsgebäude gelegt
Blindgängerverdacht am Bahnhof: Bauverzögerung droht

Münster -

Am Donnerstag wurde in Münster der Grundstein für den neuen Hauptbahnhof gelegt. Ein mutmaßlicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bereitet den Verantwortlichen allerdings Kopfzerbrechen: Er befindet sich an einer besonders schwer erreichbaren Stelle.

Donnerstag, 30.04.2015, 14:04 Uhr

Am Donnerstag wurde der Grundstein für den neuen Bahnhof gelegt.
Am Donnerstag wurde der Grundstein für den neuen Bahnhof gelegt. Foto: Oliver Werner

Vertreter von Stadt und Bahn haben am Donnerstag den Grundstein für den neuen Hauptbahnhof gelegt. Dabei wurde bekannt, dass vor wenigen Tagen an einer besonders sensiblen Stelle ein mutmaßlicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geortet worden ist.

Dies könnte zu weiteren Verzögerungen bei den Bauarbeiten führen, räumte am Donnerstag ein Bahn-Vorstand ein. Nach zahlreichen Verdachtsfunden in den vergangenen Wochen seien die Arbeiten bereits jetzt im Verzug. Nicht Mitte 2016, sondern wohl erst Ende 2016 werde das Empfangsgebäude fertig sein, hieß es am Donnerstag.

Der verdächtige Fund liegt in unmittelbarer Nähe zur Stützwand, die die Bahnsteige in Richtung Baugrube absichert. Das verdächtige Objekt liegt zudem sehr tief – nicht in der Erde, sondern im Grundwasser, so die Bahn. Es muss nun freigelegt werden. Wann genau das geschieht und wie lange die Bauarbeiten dafür ruhen müssen, sei noch unklar. Bahn und Oberbürgermeister Lewe betonten jedoch, darauf hinwirken zu wollen, dass die Unterbrechung so kurz wie möglich ausfällt.

Lewe und Rolf Reh, Vorstand Bau- und Anlagenmanagement der DB Station & Service AG, und der Leiter des Regionalbereiches West, Martin Sigmund, hatten am Nachmittag den Grundstein für das 37 Millionen teure Projekt gelegt. Die Stadt Münster beteiligt sich mit fünf Millionen Euro an den Kosten.

„Nachdem der Abriss so professionell erledigt wurde und sich auch unsere Kunden an die neue Wegeführung gewöhnt haben, freuen wir uns darüber, dass wir nunmehr den Grundstein für das moderne einladende Empfangsgebäude mit seiner großen lichtdurchfluteten Glasfassade legen konnten. Der Bahnhof Münster ist mit rund 60 000 Reisenden einer der großen Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen“, so Rolf Reh, Vorstand für Bau- und Anlagenmanagement der DB Station&Service AG.

„Die Münsteraner erhalten nach langem Warten endlich ein neues und zeitgemäßes Eingangstor für täglich Tausende Bahnreisende. Wir können uns auf ein Gebäude freuen, das einer so prosperierenden Stadt wie Münster angemessen ist“, freut sich Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster.

„Das neue Empfangsgebäude passt sich harmonisch in den vorhandenen Baubestand ein und bietet Reisenden und Besuchern ein offenes Tor zur Bahn“, so Martin Sigmund, Leiter des Regionalbereichs West.

Grundstein für Empfangsgebäude gelegt

Mit einer Länge von rund 150 Metern und einer Höhe von 14 Metern bietet es großzügige Flächen im Erdgeschoss für ein vielfältiges Service- und Einkaufsangebot. Ein über 100 Meter langes Glasdach sorgt im Innern für eine freundliche Atmosphäre.

Das mit der Stadt Münster abgestimmte Konzept sieht auf beiden Seiten der Bahnanlage je einen Gebäudekomplex vor: Auf der Westseite das Empfangsgebäude (Reiseserviceeinrichtungen, Gastronomie, Handel, Dienstleistungen), das durch die DB Station&Service AG gebaut wird und auf der Ostseite ein Gebäude, das durch einen Investor errichtet werden soll. Hier sind beispielsweise eine weitere Radstation, ein Wertstoffhof sowie ergänzende Dienstleistungen und/oder Handel, Büro und ggf. Hotel/Wohnen vorgesehen. Für die Ostseite läuft derzeit das gemeinsame Investorenverfahren unter Beteiligung der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft des Landes NRW.

Im Rahmen der Neu-, Rück- und Umbaumaßnahmen werden auch die Vorplätze auf beiden Seiten zu ansprechenden Visitenkarten umgestaltet. Sie bedienen Funktionen wie Parken, Vorfahrt und Taxi. Im funktionalen wie städtebaulichen Zusammenspiel werden West- und Ostseite als Einheit erlebbar sein. Zusammen mit der bereits modernisierten Verkehrsstation (Tunnel, Bahnsteige, Rolltreppen, Aufzüge, barrierefreier Zugang) wird der Hauptbahnhof Münster mit seinem dann ganzheitlichen Erscheinungsbild seiner Bedeutung nach intensiven und langen Abstimmungsprozessen gerecht werden.

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