Stadtwerke gegen Wohngebiet am Hafen
Brandbrief von der Tochter

Münster -

Die Stadtwerke wehren sich weiter gegen die Ausweisung eines reinen Wohngebietes auf dem ehemaligen Osmo-Gelände. Sie befürchten Restriktionen für das Hafenkraftwerk, weil ein reines Wohngebiet – anders als etwa ein Mischgebiet – hohe Lärmschutzanforderungen stellt.

Mittwoch, 06.05.2015, 07:05 Uhr

Welche Zukunft  hat die südliche Seite des Hafenbeckens, wenn auf der nördlichen Seite ein Wohngebiet entsteht? Diese Frage treibt die Stadtwerke Münster um.
Welche Zukunft  hat die südliche Seite des Hafenbeckens, wenn auf der nördlichen Seite ein Wohngebiet entsteht? Diese Frage treibt die Stadtwerke Münster um. Foto: Matthias Ahlke

Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen der Stadt Münster und den Stadtwerken Münster bei der Entwicklung des Hafenareals. In der Sitzung des Planungsausschusses am 19. Mai könnte es zum Knall kommen. Nach der bisherigen Rathaus-Regie für die neue Bebauung des alten Osmo-Geländes sollen dann Festlegungen getroffen werden, die den Stadtwerken überhaupt nicht schmecken:

► Das geplante Projekt „Neuhafen“ der Investoren Deilmann/Kresing soll als reines Wohngebiet ausgewiesen werden.

► Das Baurecht für den „Neuhafen“ wird geschaffen über einen gemeinsamen Bebauungsplan mit den Projekt „Hafentor“ des Investors Josef Kuhr und dem LVM-Investitionsvorhaben am Hafen . Dieser Bebauungsplan wird aus dem bestehenden Bebauungsplan für das Hafengebiet herausgelöst.

In einem Brief der Stadtwerke, der unserer Zeitung vorliegt, werden beide Punkte sehr kritisch gesehen:

► Die Ausweisung eines reinen Wohngebietes in der Nähe des Hafenkraftwerkes würde – unter Lärmschutzgesichtspunkten – „neue Zwangspunkte“ für die Stadtwerke setzen.

► Die Schaffung eines „eigenen“ Bebauungsplanes für die Nordseite könnte negative Auswirkungen für den Mittelhafen haben, sprich die Südseite des Hafenbeckens. Sollten mit der Bebauung auf der Nordseite die sogenannten „Emissionskontingente“ ausgefüllt sein, könnten sich Restriktionen für die Nutzung verbleibender Gebiete ergeben. Der Interessenausgleich müsse großräumig erfolgen, so die Stadtwerke.

Seit Monaten drängt das Unternehmen auf ein Einlenken der Stadt, um das Hafenkraftwerk zu einem späteren Zeitpunkt ausbauen zu können. Zwar befindet sich das Kraftwerk derzeit in einer wirtschaftlichen Schieflage, bei einer veränderten Gesetzgebung in der Energiepolitik könnte sich dies aber ändern.

Die Befürchtung: Sollte in einigen Jahren das Wohngebiet auf dem Osmo-Areal stehen, wären bei einem Kraftwerksausbau Lärmschutzinvestitionen in Millionenhöhe erforderlich. Lieber sähe es das Unternehmen, wenn der „Neuhafen“ als Mischgebiet ausgewiesen wird. Dann wären die Lärmschutzauflagen niedriger.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3236440?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847842%2F
Nachrichten-Ticker