Flüchtlinge in der Wartburgschule
Protestcamp: „Wir erhalten keine Antwort“

Münster -

Die 66 Flüchtlinge aus dem Kosovo in der Wartburgschule fürchten stündlich, abgeschoben zu werden – trotz des Protestcamps voller Unterstützer an der Von-Esmarch-Straße. Die Aktivisten beklagen, dass die Stadt Münster sich nicht für sie interessiert.

Donnerstag, 07.05.2015, 16:05 Uhr

Die Flüchtlinge aus dem Kosovo und ihre Unterstützer warten auf eine Reaktion der Stadt.
Die Flüchtlinge aus dem Kosovo und ihre Unterstützer warten auf eine Reaktion der Stadt. Foto: spe

Für die Verantwortlichen des Protestcamps an der Von-Esmarch-Straße ist es schon ein Erfolg, dass ihre kleine Zeltstadt überhaupt noch steht. Seit Montag unterstützt ein „Bündnis gegen Abschiebung“ die 66 aus dem Kosovo stammenden Flüchtlinge in der Wartburgschule – und hat es nach eigenen Angaben bereits zwei Mal geschafft, die Verlegung der Kosovaren zu verhindern. Nun sitzen die überwiegend jungen Leute mit ihren Schützlingen in windigen Zelten, organisieren Diskussionen und Nachbarschaftsfeste – und hoffen, dass sich irgendetwas tut.

Aber es tut sich nichts. Zumindest, so beklagen es die Aktivisten, scheint die Stadt Münster ihren Einsatz nicht wahrzunehmen – trotz Demonstration, Öffentlichkeitsarbeit, Zeltstadt und 700 Unterschriften. Man habe sich an die münsterischen Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien gewendet, an den Oberbürgermeister, den Sozialdezernenten. Ohne Reaktion. Dabei drohe täglich die Abschiebung.

Beklagt wird, dass die Stadt Münster, die sich vor einigen Jahren mit einem einstimmigen Ratsbeschluss gegen die Abschiebung von Roma in den Kosovo weit aus dem Fenster gelehnt habe, sich nun für unzuständig erkläre. Selbst die Sozialarbeiter, so wird gemunkelt, würden nicht von der Stadt, sondern von der Bezirksregierung gestellt.

Die von der Abschiebung Bedrohten, deren Asylanträge samt und sonders abgelehnt wurden, haben indessen nur ein Ziel: Bleiberecht und Arbeitserlaubnis. Der Kosovo biete ihnen und ihren Kindern keine Perspektive, betont ein Sprecher: „Wir haben schon einen Grund, zu kommen. Aber das glaubt uns hier keiner.“

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