Abschiebung von Flüchtlingen aus dem Kosovo
Demo abgesagt – Protest vor der Wartburgschule geht weiter

Münster -

(Aktualisiert um 14:55 Uhr) In der Nacht sind zehn Flüchtlinge aus der ehemaligen Wartburgschule in der von-Esmarch-Straße abgeschoben worden. Mit einer Demonstration in der Innenstadt sollte am Nachmittag gegen die Asylpolitik des Landes protestiert werden. Diese wurde jetzt jedoch abgesagt. 

Mittwoch, 20.05.2015, 11:05 Uhr

Demonstranten von-Esmarch-Straße
Protest gegen Nacht-und-Nebel-Aktion: Aus der Wartburgschule wurden mitten in der Nacht zehn Asylbewerber aus dem Kosovo geholt und zum Flughafen nach Düsseldorf gebracht. Foto: Oliver Werner

Die Asylbewerber aus dem Kosovo seien „ausreisepflichtig“ gewesen, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung. Sie seien direkt zum Flughafen nach Düsseldorf gebracht worden. Vertreter der Stadt und der Kirchen hatten kritisiert, dass die Notunterkunft vom Land  „zu einer Art Abschiebezentrum" gemacht worden sei. NRW-Innenminister hatte trotzdem  „konsequente Rückführungsmaßnahmen“ für die abgelehnten Asylbewerber aus dem Kosovo angekündigt.

Protest gegen nächtliche Aktion

Weitere Abschiebungen aus der Unterkunft, in der sich noch rund 50 Flüchtlinge befinden, solle es nach Auskunft der Bezirksregierung Arnsberg zumindest „in den nächsten Tagen“ nicht geben.

Rund 50 Abschiebungsgegner protestierten in der Nacht gegen die Aktion. Eine Bewohnerin der Schule berichtete ihnen zufolge: „Die Polizei hat uns nachts mit Taschenlampen geweckt und anhand von Fotos nach denen gesucht, die abgeschoben werden sollten." 

Demo abgesagt

Am Morgen haben sich rund 100 Demonstranten vor der ehemaligen Schule versammelt. Nach ihren Angaben war die Polizei in der Nacht mit 30 Fahrzeugen und bis zu 150 Leuten im Einsatz. Am Seit Anfang Mai versucht das „Bündnis gegen Abschiebung“ mit einem Protestcamp die Abschiebung der Kosovaren zu verhindern. Am Mittwochmittag sollen offenbar sechs weitere Personen aus der Unterkunft geholt werden, um nach Bielefeld verlegt zu werden.

Für Mittwochnachmittag war eine Demonstration angekündigt, die ab 14.30 Uhr vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt ziehen sollte. Doch diese wurde abgesagt. Grund dafür ist die Befürchtung der Aktivisten, dass es noch heute (trotz gegensätzlicher Versicherung der Bezirksregierung Arnsberg) zu weiteren Abschiebungen kommen könnte. Daher wird der Protest vor der ehemaligen Wartburgschule fortgesetzt.

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