Islamismus
Moschee im Visier der Verfassungsschützer

Münster -

Die Moschee der als extremistisch geltenden Hizb Allah in Hiltrup steht weiterhin unter Beobachtung des NRW-Verfassungsschutzes. Dies geht aus dem aktuell vorgelegten Jahresbericht des Verfassungsschutzes hervor. Kritisch wertet das Innenministerium auch die Koran-Verteilaktionen.

Mittwoch, 10.06.2015, 20:06 Uhr

Unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht das Imam-Mahdi-Zentrum der „Hizb Allah“ in Hiltrup an der Hünenburg.
Unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht das Imam-Mahdi-Zentrum der „Hizb Allah“ in Hiltrup an der Hünenburg. Foto: hpe

Münster ist laut dem in dieser Woche vom NRW-Verfassungsschutz vorgelegten aktuellen Jahresbericht Zentrum der islamistischen Gruppierung „ Hizb Allah “ (Partei Gottes).

Seit über 20 Jahren bereits ist das Islamische Imam-Mahdi-Zentrum in Hiltrup an der Hünenburg eine Plattform und Begegnungsstätte für die Anhänger „Hizb Allah“ in Nordrhein-Westfalen und dem Westen Deutschlands, meldet der Bericht des NRW-Verfassungsschutzes. Die „Hizb Allah“ strebte in den 80er Jahren die Gründung eines islamischen Gottesstaates auf libanesischem Boden nach dem Vorbild des Iran an, agiert weiterhin im Nahen Osten paramilitärisch.

Seit Jahren sei sie für Anschläge im nördlichen Israel verantwortlich und stelle damit eine unmittelbare Bedrohung für den Staat Israel dar, heißt es im Bericht. Bei der Hizb Allah handele es sich „um eine international gut vernetzte terroristische Organisation“. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesinnenminister einen mit der Hizb Allah verbundenen Verein zur Unterstützung von Waisenkindern im Libanon aufgelöst und verboten. Der Verfassungsschutz stellt fest, dass die geschätzt rund 100 Anhänger der Gruppierung in NRW durch die Ausbreitung des Salafismus in Nordrhein-Westfalen verunsichert seien und Angriffe von hier lebenden Salafisten befürchteten.

Salafistische Gruppierungen stehen hinter den Koran-Verteilaktionen unter dem Motto „Lies!“, wie sie auch in Münster wiederholt auf der Ludgeristraße stattfinden. Sie sind nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer Teil extremistischer Propaganda des politischen Salafismus. Nach Selbstwahrnehmung und Darstellung von Salafisten gehe es beim Umgang der Behörden und der deutschen Öffentlichkeit mit dem Salafismus um eine vermeintliche „Verfolgung“ aller Muslime in Deutschland. Dies sei Teil eines globalen Krieges „des Westens“ gegen „den Islam“. Bundesweit hat es im Jahr 2014 allein an jedem Wochenende rund 150 Koranverteilungen gegeben. 

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