Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt
Ehedrama: Mann soll seine Frau erdrosselt haben

Münster -

Die Staatsanwaltschaft spricht von „Mord“: Im Ehedrama vom Kappenberger Damm soll der Mann seine Frau erdrosselt und anschließend ihren Suizid vorgetäuscht haben. Ein Haftbefehl wegen Mordes ist beantragt worden.

Dienstag, 21.07.2015, 13:22 Uhr aktualisiert: 21.07.2015, 15:44 Uhr
Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Mordes beantragt : Ehedrama: Mann soll seine Frau erdrosselt haben
In diesem Haus am Kappenberger Damm ereignete sich das Ehedram. Foto: Foto: Helmut Etzkorn

Für die Staatsanwaltschaft Münster sind die Hintergründe des Ehedramas , bei dem Anfang Juli in einem Mehrfamilienhaus am Kappenberger Damm eine 47-jährige Frau ums Leben kam, geklärt. „Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Ehemann die Frau erdrosselt und anschließend ihren Suizid vorgetäuscht hat“, fasst Oberstaatsanwalt Heribert Beck das Ermittlungsergebnis zusammen. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag beim Amtsgericht Münster Haftbefehl wegen Mordes beantragt.

Der Beschuldigte liegt weiterhin auf der Intensivstation der Universitätsklinik, weil er sich nach der Tat das Leben nehmen wollte. Er hatte versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden und eine ätzende Flüssigkeit getrunken. Der Mann sei inzwischen sprach- und aufnahmefähig, wolle aber laut Staatsanwaltschaft keine Angaben zur Sache machen.

Die Tochter, eine in Münster bekannte Sportlerin, hatte gemeinsam mit einer Tante am Nachmittag des 5. Juli die elterliche Wohnung betreten. Dort fanden sie die Tür zu einem kleinen Flur, der ins Schlafzimmer der Eltern mündet, verschlossen vor. Die Frauen riefen um Hilfe, das hörten Passanten auf der Straße und verständigten die Polizei, die parallel auch von den Angehörigen alarmiert worden war. Die Beamten traten die Tür ein und fanden im Schlafzimmer das Paar.

Durch die intensive Ermittlungsarbeit der Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Holger Iltgen sowie verschiedene Gutachten konnte der Sachverhalt laut Staatsanwaltschaft „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ geklärt werden. „Wir gehen von Heimtücke aus. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen haben ergeben, dass die Frau von hinten erdrosselt wurde“, so Beck. Dafür nutzte der Mann offenbar den Gurt der Umhängetasche der Frau.

Hinweise auf ein Kampfgeschehen gebe es nicht. „Es ist daher davon auszugehen, dass die Frau unerwartet angegriffen wurde und mit keinem Angriff auf ihr Leben rechnete“, erläuterte Beck.

Sobald der Mann die Intensivstation verlassen kann, wird er – je nach Gesundheitszustand – entweder in das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg oder in die JVA Münster verlegt.

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