Zoll mietet 50 Briten-Häuser an
Platz für 147 Studierende des Bildungs- und Wissenschaftszentrums

Münster-Gievenbeck -

Emsiges Treiben herrscht dieser Tage in den ehemaligen Briten-Häusern am Gronauweg und am Ochtrupweg in Gievenbeck. Handwerker verschiedener Gewerke gehen ein und aus, sie sanieren die jeweiligen Immobilien. Zahlreiche Nachbarn und Besucher fragen sich, was dort vor sich geht. Des Rätsels Lösung: Das Bildungs- und Wissenschaftszentrum (BWZ) der Bundesfinanzverwaltung hat die 50 Häuser angemietet, um dort einige ihrer Studenten unterzubringen. „Dort leben künftig 147 Studierende – also die Anwärter für den gehobenen Dienst in der Zollverwaltung“, sagt Norbert Delker, Arbeitsbereichsleiter Liegenschaften und Verpflegungsbetriebe beim BWZ.

Donnerstag, 23.07.2015, 08:00 Uhr
Die früheren Briten-Häuser am Gronauweg sowie am Ochtrupweg vermietet die Bima an den Zoll.
Die früheren Briten-Häuser am Gronauweg sowie am Ochtrupweg vermietet die Bima an den Zoll. Foto: Kay Böckling

Der Hintergrund: Da sich der Zuständigkeitsbereich des Zolls vergrößert hat (Verwaltung der Kfz-Steuer sowie verstärkte Mindestlohn-Kontrollen) steigert die Bundesbehörde auch die Einstellungszahlen der Anwärter für den gehobenen Zolldienst. Das hat zur Folge, dass die Kapazitäten der Unterbringungsmöglichkeiten am Gescherweg nicht mehr ausreichen. Dort gibt es Platz für 786 Studierende, doch das wird künftig bei weitem nicht ausreichen. „In der Spitze rechnen wir bis zum Jahr 2019 mit bis zu 1200 Personen, die während ihres Studiums in Münster eine Unterkunft benötigen“, meint Bernd Wallner , Pressesprecher des BWZ.

Die Immobilien am Gronauweg sowie am Ochtrupweg reichen allein allerdings auch nicht aus, um das Defizit an Wohnraum für die Studierenden auszugleichen. Daher hat das Bundes- und Wissenschaftszentrum wie berichtet auch Teile des Komplexes des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands an der Mecklenbecker Straße angemietet. 130 Wohneinheiten stehen dort zur Verfügung.

Die ehemaligen Briten-Häuser in Gievenbeck befinden sich – wie sämtliche andere Liegenschaften auch, die früher von den britischen Streitkräften genutzt wurden – im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Ausgenommen sind die Immobilien, die bereits vermarktet worden sind, wie die am Borghorst- oder am Billerbeckweg. Eigentlich sollten auch die 50 Häuser am Gronau- und Ochtrupweg verkauft werden. Doch nun vermietet die Bima sie an das BWZ.

„Die Bima ist unser Immobiliendienstleister und somit in allen Liegenschaftsangelegenheiten unser Ansprechpartner“, so Norbert Delker . Auf der Suche nach geeigneten Wohnungen habe die Bima schließlich den Vorschlag mit den früheren Briten-Häusern unterbreitet. Die Häuser sind zwischen 75 und 85 Quadratmeter groß und bieten Platz für je drei Studenten. Erneuert werden die Sanitäranlagen (WC und Waschbecken), die Wände bekommen einen neuen Anstrich. Zudem werden auch die Bodenbeläge erneuert. Die Bausubstanz – die Häuser stammen aus den 50er-Jahren – bezeichnet Delker als dem Alter entsprechend.

Die Dauer des Mietverhältnisses steht derzeit noch nicht fest, wie Bernd Wallner sagt: „Das ist nur eine Zwischenlösung, bis wir eine dauerhafte Lösung gefunden haben.“ Wie diese aussehen könne, müsse man abwarten. Eines steht aber fest: Umsonst werden die Studierenden die im Umbau befindlichen Häuser nicht nutzen. Wallner: „Die Miete, die der Zoll an die Bima als Vermieter bezahlt, wird anteilig umgelegt auf die Studierenden.“ Eins der 50 Häuser nutzt das BWZ als eine Art Verwaltungseinheit.

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