Flüchtlinge in Münster
Notunterkunft York-Kaserne

Münster/Hiltrup -

Erstmals wurde mit der Dreifachturnhalle in Hiltrup eine städtische Sportstätte zur Flüchtlings-Notunterkunft umgebaut. Und zwar von jetzt auf gleich. Trotzdem war die Hilfsbereitschaft enorm.

Dienstag, 28.07.2015, 21:07 Uhr

Unterkunft für die Flüchtlinge in der York-Kaserne in Münster. Foto: Etzkorn
So sieht die neue Unterkunft für die Flüchtlinge in der York-Kaserne aus. Das Appartementgebäude ist zehn Jahre alt. Udo Schröder-Hörster (v.l.) zeigte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt die Notunterkunft in der Hiltruper Dreifachturnhalle. Foto: Etzkorn

Unfassbare 14 Tonnen Kleidung und andere Sachspenden haben die Hiltruper in nur einer Woche gespendet. Wie es nun weitergeht, erfuhr der Stadtteil bei einem Informationsabend in der Hiltruper Stadthalle.

Die Vizepräsidentin der Bezirksregierung Münster , Dorothee Feller, bestätigte, dass die Notunterkunft zum Ferienende zurückgebaut wird. „Wir haben diese Zusage gegeben.“

61 Personen sind in der Dreifachturnhalle in Hiltrup untergebracht. Einige kommen aus Syrien, manche aus Albanien, eine Chinesin ist hier untergebracht, zwei Brüder sind aus dem zerrüttetem Eritrea geflohen. „Mit Englisch und Französisch kommen wir gut durch. Zwei Syrer haben sogar während ihres Studiums Deutsch gelernt“, berichtet Udo Schröder-Hörster . Er sitzt im Lenkungsausschuss der vier Hilfsorganisationen, die die Bewohner der Dreifachturnhalle betreuen. Bauzäune, mit Decken behangen, sorgen für ein Mindestmaß Privatsphäre. Nachts um 22 Uhr geht für alle das Licht aus.

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Über die aktuellen Entwicklungen in Sachen Flüchtlinge informiert Oberbürgermeister Markus Lewe am Donnerstag (30. Juli) mit der Bezirksregierung und den Hilfsorganisationen in Gremmendorf. Der Bürgerabend in der Kantine der Westfalenfleiß GmbH, Kesslerweg 38-42, beginnt um 18 Uhr.

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Udo Schröder-Hörster (v.l.) zeigte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt die Notunterkunft in der Hiltruper Dreifachturnhalle.

Udo Schröder-Hörster (v.l.) zeigte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt die Notunterkunft in der Hiltruper Dreifachturnhalle. Foto: Markus Lütkemeyer

„Die Notunterkunft wird ihrem Namen gerecht“, gibt Schröder-Hörster zu. „Die Menschen haben Ärger und Frust, wir haben Menschen, die das Erlebte verarbeiten müssen.“ Aber Rückzugsräume gibt es kaum. Dafür sind die sanitären Anlagen großzügig geschnitten. „Sie wurden erst im vergangenen Jahr frisch saniert“, weiß der Hiltruper Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt. Er machte sich ein Bild von der Lage. Sein Fazit: „Die Turnhalle ist nur für den absoluten Notfall geeignet.“

Inzwischen sind die Handwerker in der künftigen Erstaufnahme-Einrichtung des Landes in der York-Kaserne am Albersloher Weg aktiv. In einem erst zehn Jahre alten Appartementgebäude sollen bis zu 300 Flüchtlinge ab Mitte August untergebracht werden.

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