Geplantes Quartier an der Umgehungsstraße
Neubau an der Lärmschutzwand?

Münster -

Jüngst haben die Arbeiten zum Ausbau der Umgehungsstraße (B 51) begonnen. Das aktuelle Baulandprogramm enthält den Plan eines neuen Quartiers mit 140 Einfamlienhäusern an der Umgehungsstraße im Bereich Maikottenweg. Kritiker fragen, ob da nicht die Lärmschutzkonflikte vorprogrammiert sind.

Mittwoch, 29.07.2015, 06:07 Uhr

Das geplante Neubaugebiet in Münster. Grafik: Jürgen Christ
Das geplante Neubaugebiet reicht bis an die Umgehungsstraße heran, die jetzt ausgebaut wird. Foto: Jürgen Christ (Grafik)

„Die Fürsorgepflicht der Stadt sollte auch für den Bereich der Stadtplanung gelten.“ Mit diesen Worten kommentiert Peter-Paul Gosing, Sprecher der Bürgerinitiative St. Mauritz , die jüngsten Pläne der Stadt Münster , im Bereich Maikottenweg ein Neubaugebiet direkt an der Umgehungsstraße (B 51) auszuweisen. An genau dieser Stelle haben jüngst die Bauarbeiten zum vierspurigen Ausbau der Straße begonnen.

Matthias Bartmann vom münsterischen Stadtplanungsamt sieht das ganz anders: Das Areal am Maikottenweg sei seit Jahren im Flächennutzungsplan als künftige Wohnbaufläche vermerkt und gehöre überdies dem vom Rat beschlossenen Baulandprogramm an. Die sogenannte Bauleitplanung für das neue Quartier werde, sobald sie auf der Tagesordnung stehe, „auch einen aktiven Lärmschutz vorsehen“.

Kommentar zum Thema

Das geplante Wohngebiet wird in den Unterlagen der Stadt mit der Nummer 712-02 geführt. Auf dem Gelände entlang des Maikottenweges sollen 140 Einfamilienhäuser entstehen. Die „Baureife“ wird in einem Beschlussvorschlag, der demnächst in den Rat geht, mit 2018 angegeben.

Peter Hemecker, der für die Piraten in der zuständigen Bezirksvertretung Münster-Ost sitzt, sieht das Bauvorhaben sehr kritisch. Das neue Quartier werde geprägt sein von „bis zu sieben Meter hohen Lärmschutzwänden“. Dieser Umstand werde sicherlich „zu dann berechtigten Protesten führen“.

Mit den Bauplänen bestätige die Stadt, so die Piraten weiter, letztlich nur die Richtigkeit der Forderung nach einer Tunnellösung beim Ausbau der Umgehungsstraße. Bei einem Tunnel würden die „genannten Beeinträchtigungen der künftigen Bewohner entfallen“.

Zum Hintergrund: Der Landesbetrieb Straßen NRW als Bauherr für die neue Umgehungsstraße hatte die Tunnellösung aus Kostengründen stets abgelehnt und will stattdessen die Umgehungsstraße durch einen Trog mit Lärmschutzwänden führen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat im Mai diese Planung für rechtmäßig erklärt. Für Peter-Paul Gosing wird damit aber die trennende Wirkung der Umgehungsstraße zementiert.

„Mit dem neuen Baugebiet kommt sie noch mehr zur Geltung.“

Bislang noch kein schriftliches Urteil

Der weitere vierspurige Ausbau der Umgehungsstraße in St. Mauritz hat zwar bereits begonnen, das juristische Verfahren um das Bauvorhaben ist aber noch nicht abgeschlossen. Den Anwohnern in St. Mauritz, die gegen den sogenannten Planfeststellungsbeschluss geklagt hatten, wurde – nach Informationen unserer Zeitung – vom Oberverwaltungsgericht Münster bislang noch nicht das schriftliche Urteil zugestellt.

Erst dann wollen die Kläger mit ihren Anwälten entscheiden, ob sie eine Revision anstreben. Genauer gesagt wäre es in einem ersten Schritt erforderlich, eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision einzulegen.

Im Mai hatte das Oberverwaltungsgericht die Klagen gegen den Ausbau zurückgewiesen.

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