WLAN für unterwegs
Flickenteppich der Freifunker

Münster -

Münster ist voller Punkte. Wer sich in ihre Nähe begibt, kommt ins Internet, und zwar frei und kostenlos.

Mittwoch, 26.08.2015, 14:08 Uhr

Ingomar Otter will das Internet für alle im öffentlichen Raum kostenlos machen.
Ingomar Otter will das Internet für alle im öffentlichen Raum kostenlos machen. Foto: bn

Auf der Online-Karte, die der Verein Freifunk Münsterland ständig aktuell hält, finden sich weit über 100 Hotspots im Stadtgebiet, an denen Internet-Zugang per öffentlichem Funk möglich ist. „Wir finden“, sagt Freifunker Ingomar Otter , „das Netz sollte jedem offen stehen.“

Otter ist in Düsseldorf IT-Leiter einer Digital-Agentur und in seiner Freizeit engagierter Freifunker. Am Hawerkamp tagt der Verein im „Hacker Space“. „Da treffen sich Leute“, sagt er, „die sich kritisch mit Technik auseinandersetzen.“

Der Freifunk ist in Deutschland vor zehn Jahren in Berlin entstanden. Mittlerweile zieht sich ein Netz von Hotspots durchs Land. In etlichen Münsterland-Gemeinden sehen Kaufleute den kostenlosen Zugang im Zentrum als Vorzug an und propagieren den Freifunk. In Hiltrup hat eine Schüler-Initiative dafür gesorgt, dass die Marktallee zum Freifunk-Dorado geworden ist. In Münster finden sich die meisten Freifunk-Punkte dort, wo viele Studenten leben.

Technisch betrachtet ist das alles eine große Teamarbeit. Beteiligen kann sich jeder, der einen Internet-Router zu Hause hat.

Für 20 Euro gibt es Freifunk-Anlagen, die manche auch als „Fensterbrett-Router“ bezeichnen. Sie werden eingestöpselt, so einfach wie ein Telefon. Und sie verteilen das WLAN in die Nachbarschaft. „Wichtig ist“, so Otter, „dass es getrennt ist von dem privaten Anschluss.“ Das dient der Datensicherheit.

Den Zugang ins Internet stellt der Freifunk-Verein zur Verfügung. Wer sich im Stadtgebiet in ein Netz einklinkt, braucht keinen Benutzernamen und kein Passwort. „Wir wissen umgekehrt auch nicht, wer das Netz benutzt“, sagt Otter.

Das Bundesdatenschutzgesetz verbiete es, dass Verbindungsdaten vom Verein gespeichert werden. Das dürfen nur kommerzielle Netzbetreiber, die ihren Kunden Rechnungen schreiben. Vom Freifunk Verein gibt es keine Rechnung.

Mit der Stadt sind die Freifunker im Gespräch. Sie wünschen sich Hotspots auf öffentlichen Gebäuden, damit ließe sich das innerstädtische Netz der Freifunker deutlich verbessern. In der City hat jüngst Unitymedia freies WLAN an einigen Stellen zur Verfügung gestellt.

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