Stammzellen-Forschungszentrum
Bayern ist von Care überzeugt

Münster/München -

Die bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Technologie, Ilse Aigner (CSU), ist von einer Etablierung des Care-Institutes in Bayern überzeugt. Wie sie unserer Zeitung sagte, habe die CSU-Landesregierung das Projekt des münsterischen Professor Dr. Hans Schöler im Entwurf des Nachtragshaushaltes 2016 vorgesehen. NRW hatte eine vorgesehene Förderung gestrichen.

Donnerstag, 27.08.2015, 07:08 Uhr

Ministerin Ilse Aigner ist von Care überzeugt.
Ministerin Ilse Aigner ist von Care überzeugt. Foto: dpa

Der Freistaat Bayern soll sich nach Auffassung der CSU-Landesregierung mit dem Forschungszentrum Care des münsterischen Professors Dr. Hans Schöler zu einem „herausragenden Zentrum der weltweiten Stammzellen-Forschung“ entwickeln. „Ich bin von der Etablierung des Care-Institutes in Bayern überzeugt. Das Kabinett, auch der Ministerpräsident und der Finanzminister, sind entschlossen, Care nach Bayern zu holen“, betonte die Staatsministerin für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner ( CSU ), am Mittwoch gegenüber unserer Z­eitung.

Aus diesem Grund habe die Landesregierung das Projekt im Entwurf des Nachtragshaushalts 2016 vorgesehen, über den der Landtag im September entscheiden soll. Fördermittel in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro für drei Jahre sollen verankert werden, wovon Aigner fest ausgeht.

Das Care-Institut, das ursprünglich in Münster entstehen sollte, dann aber an der gestrichenen Förderung durch die rot-grüne NRW-Landesregierung gescheitert war, soll ab Januar 2017 in München als internationaler Knotenpunkt für die iPSC-Technologie aufgebaut werden, die die Umwandlung von einfachen Körperzellen in induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) ermögliche, erläutert das Ministerium. Ziel sei eine neue Ära der Wirkstoffforschung mit herausragendem Potenzial zur Heilung zahlreicher, noch nicht therapierbarer Krankheiten zum Beispiel im neurodegenerativen Bereich. Das alleine müsse Motivation sein, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen – im Sinne der Patienten, schreibt das bayerische Technologie-Ministerium.

Rücktrittsforderung

Die Junge Union fordert wegen Care den Rücktritt von NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). „Frau Schulze leistet sich seit Jahren einen Fehltritt nach dem anderen“, sagt JU-Vorsitzender Dietrich Aden in einer Mitteilung. Die Entscheidung der rot-grünen Landesregierung, bei der Abwanderung von Care untätig zuzusehen, sei ein weiterer Schlag gegen die Wissenschaftsstandorte NRW und Münster. „Als eine aus Münster kommende Wissenschaftsministerin sollte Frau Schulze Forschung und Wissenschaft in NRW und Münster stärken, stattdessen scheint sie die zu bekämpfen“, so JU-Mitglied Jens Heinemann.

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Obwohl die Förderfähigkeit von Care im gültigen Koalitionsvertrag der NRW-Landregierung verankert ist, war das Projekt für Rot-Grün am Ende nicht genehmigungsfähig. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte zu Wochenbeginn gegenüber unserer Zeitung unterstrichen, dass der Antrag nach EU-Recht nicht förderfähig gewesen sei. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Finanzierung aus Landesmitteln seien nicht erfüllt gewesen, teilte der NRW-Wissenschaftsministerium auch mit Blick auf den Einsatz von Steuergeldern mit.

Beide Landesministerinnen betonen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen in allen Bundesländern gleich seien. Für Aigner sei aber auch „der politische Wille entscheidend, ein Projekt umzusetzen“.

Das bayerische Wirtschaftsministerium rechnet durch Care mit der Ansiedlung von Produktions- und Forschungseinheiten internationaler Unternehmen aus dem Pharma- und Biotechnologiebereich. Damit würden hoch qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, die die Wirtschaft im Freistaat insgesamt stärken würden.

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