Auf Einladung von Münster-Modell
Experten diskutieren über das Münster der Zukunft

Münster -

Münster wird in den kommenden Jahrzehnten stark wachsen. Was muss geschehen, damit der Wohnungsmarkt mit der steigenden Nachfrage zurecht kommt? Darüber diskutierten Experten auf Einladung von Münster-Modell am Mittwochabend.

Donnerstag, 03.09.2015, 20:09 Uhr

Volles Haus  im Trafo-Häuschen am Buddenturm, wo derzeit das Münster-Modell zu sehen ist. Am Mittwochabend moderierte Stefan Rethfeld (stehend) vor mehr als 100 Personen ein Gespräch über die weitere Entwicklung der Stadt.
Volles Haus  im Trafo-Häuschen am Buddenturm, wo derzeit das Münster-Modell zu sehen ist. Am Mittwochabend moderierte Stefan Rethfeld (stehend) vor mehr als 100 Personen ein Gespräch über die weitere Entwicklung der Stadt. Foto: kal

Bis zum Jahr 2040 soll Münster auf 350 000 Einwohner anwachsen, prognostiziert das Land. Die Verwaltung geht von einer kleineren Zahl aus – aber auch sie rechnet damit, dass die Stadt in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Schon jetzt ist Wohnraum knapp – und bezahlbarer Wohnraum noch knapper. Wie kann Münster auf die Herausforderungen der kommenden Jahre reagieren?

Darüber diskutierten am Mittwochabend Stadtplaner, Wissenschaftler und Architekten auf Einladung des Vereins Münster-Modell im Trafohäuschen am Buddenturm , wo das Modell zurzeit ausgestellt wird. Mehr als 100 Interessierte hörten zu.

Immerhin: Bis 2030 wird es neuen Wohnraum für bis zu 40 000 Menschen geben, stellte Mattias Bartmann vom Stadtplanungsamt in Aussicht – etwa ein Viertel soll auf der „grünen Wiese“, also außerhalb der Innenstadt entstehen.

Noch weiter in die Breite zu gehen, so Architekt Peter Wilson vom Büro Bolles+Wilson , das gehe schon aus ökologischen Gründen nicht – Stichworte Flächenverbrauch und Pendleraufkommen. Wie Wilson macht sich auch Klemens Nottenkemper, bis vor Kurzem Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau, für mehr Nachverdichtung stark. Dabei gehe es nicht nur darum, innerstädtische Lücken zu füllen, sondern auch darum, in die Höhe zu gehen.

„Die Stadt auf links drehen“ – ist es das, was nötig ist, um mit dem prognostizierten Wachstum zurecht zu kommen, so die Frage von Moderator Stefan Rethfeld . Auf jeden Fall müsse die gesamte Stadt auf Nachverdichtungsmöglichkeiten geprüft werden, so Nottenkemper.

Als „Opfer des eigenen Erfolgs bezeichnet Dr. Christian Krajewski Münster. Die Stadt wachse, weil in der Vergangenheit vieles richtig gemacht worden sei. Auch er regt an, dass Münster nun stärker „in die Höhe gehen“ sollte – auch gegen Widerstände. „Alle Quartiere müssen sich den Herausforderungen stellen“, fordert der Wissenschaftler.

Am attraktivsten ist und bleibt die Innenstadt. Allein beim Projekt „Erphobogen“ habe er 800 Kaufanfragen erhalten, so Michael Lüke. Der Geschäftsführer von CM Immobilien kritisiert, dass in Münster deutlich zu wenig Bauland zur Verfügung stehe. Groß ist der Andrang freilich auch bei Mietwohnungen – allein bei der Wohn- und Stadtbau stehen 5000 Interessenten auf der Warteliste, so Rethfeld.

In Zukunft nur Mehrfamilienhäuser, aber keine Einfamilienhäuser mehr zu bauen, hält Christian Schowe, Leiter des Stadtplanungsamtes, für falsch – viele Menschen würden dann zwangsläufig ins Umland ziehen. „Wer in Münster wohnen will, der muss hier auch die Möglichkeit dafür finden“, ist der Stadtplaner überzeugt.

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