Flüchtlingshilfe Münster-Ost
Koordinierungsstelle gefordert

Münster -

Die Flüchtlingshilfe Münster-Ost fordert eine Koordinierungsstelle für Hilfsangebote. Schnell und unbürokratisch müsse eine solche Anlaufstelle arbeiten können, das sei Voraussetzung.

Montag, 07.09.2015, 19:09 Uhr

Menschen auf der Flucht dpa
Schnell und unbürokratisch müsse eine Anlaufstelle arbeiten können, das sei Voraussetzung. „Wer Möbel hat, muss wissen, ob und wo er sie hinbringen kann. Kleidung und Spielzeug ebenso." Foto: Britta Pedersen/dpa

Das Handy brummt, das Telefon auf dem Schreibtisch klingelt, dazwischen immer neue Mails. „Die Leute wollen helfen, wissen aber nicht, wie, wo und an wen sie sich überhaupt wenden können“, beschreibt Babette Lichtenstein van Lengerich ihre Sicht auf die aktuelle Flüchtlingsthematik in Münster . Und das bedauert sie sehr. Als Ansprechpartnerin der Flüchtlingshilfe Münster-Ost erlebt sie, wie viel Potenzial, wie viel Bereitschaft und Motivation in vielen Münsteranern steckt, die durch Sachspenden, Geld oder ganz praktische Alltagshilfen den Menschen helfen möchten, die vor dem Krieg geflüchtet und jetzt in dieser Stadt gelandet sind. „Wir brauchen längst ein Management, eine Stabsstelle, die diese Hilfsangebote sortiert, bündelt, in die richtigen Wege leitet und die operative Arbeit übernimmt“, blickt sie in andere Städte, „die uns voraus sind. Münster ist damit zu spät dran. Hilfe darf nicht versanden“.

Schnell und unbürokratisch müsse eine solche Anlaufstelle arbeiten können, das sei Voraussetzung. „Wer Möbel hat, muss wissen, ob und wo er sie hinbringen kann. Kleidung und Spielzeug ebenso. Wir haben auch Anlaufstellen, die wir aber geheim halten, damit die Leute vor Ort nicht zugeworfen werden. Es muss eine Abstimmung erfolgen“, betont Babette Lichtenstein van Lengerich.

Eine Forderung, die auch die Junge Union Münster formuliert hat. „Das Engagement der Bürger ist doch überwältigend“, findet Dietrich Aden. Nur so, betont der Kreisvorsitzende, sei die gute Betreuung und Unterstützung der Flüchtlinge in Münster möglich. Der rot-grünen Landesregierung wirft er dagegen „mangelhafte Koordination und Finanzierung“ vor. Die JU plädiere für die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle in Münster, die als Anlaufstelle für die Bürger wichtig sei und die Kontakte gezielt dahin leite, wo Hilfe gebraucht werde.

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