Konferenz in Münster
Die Energiewende mitgestalten

Münster -

Wie kann die Energiewende in Deutschland gelingen, was können Bürger dafür tun – das diskutieren Fachleute bis Freitag auf einer Konferenz in Münster.

Donnerstag, 10.09.2015, 23:09 Uhr

Fotovoltaikanlagen auf dem Dach –  ein Baustein der Energiewende.
Fotovoltaikanlagen auf dem Dach –  ein Baustein der Energiewende. Foto: uwa

Manchmal wirkt alles so überzeugend wie wegweisend: etwa in Nußloch südlich von Heidelberg , wo auf sieben Dächern einer Mehrfamilienhaus-Siedlung Fotovoltaik-Anlagen den Strom produzieren, den die direkt darunter wohnenden Mieter gleich für Herd, Fernseher oder Computer gebrauchen. „Der Strom vom eigenen Dach ist auch billiger“, verweist Andreas Gißler von der Heidelberger Energie-Genossenschaft auf einen weiteren Aspekt abseits der umweltschonenden Stromerzeugung. Seit 2011 hat die Genossenschaft mit 250 Mitgliedern nach eigenen Angaben insgesamt 14 Anlagen im Wert von einer Million Euro realisiert.

Es sind Projekte wie diese, die auf der zweiten Innovationskonferenz „Energie Erneuerbar Gestalten“ als Beleg dienen sollen, dass sich die Energiewende vor der eigenen Haustür gestalten lässt. 80 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tauschen sich bis heute in Münster über derlei Themen und Projekte aus. Eingeladen dazu hat der Verein Grüner Strom Label (GSL) in Kooperation mit den Stadtwerken Münster und der Energie-Agentur NRW.

GSL-Vereinsvorsitzende Rosa Hemmers lassen Projekte wie das bei Heidelberg strahlen. Doch ob geänderter Förderbedingungen sieht sie private Betreiber und kleine Gewerbetreibende vor verschärfte Rahmenbedingungen gestellt. Wer heutzutage eine Fotovoltaik-Freiflächenanlage plane, müsse an einer Ausschreibung teilnehmen, um Fördergelder zu bekommen, und konkurriere dabei nicht selten mit professionellen Projektentwicklern. Eine „große Hürde“ etwa für Bürgerinvestitionsgemeinschaften oder kleine Genossenschaften, wie Hemmers betont. Dabei seien es in der Vergangenheit gerade die kleineren Akteure gewesen, die die erneuerbaren Energien stärker in den Markt gebracht hätten, so die GSL-Vorsitzende. Einige hätten zwischenzeitlich wegen der geänderten Förderung ohne ausreichende Übergangszeiten schon aufgeben müssen. Wie die „turbulente Entwicklung“ weitergehe, sei schwer vorauszusagen.

„Grüner Strom Label“ als Veranstalter der Innovationskonferenz zertifiziert sogenannte grüne Energie – auch bei den Stadtwerken Münster. Hinter dem Verein stehen nach dessen Darstellung sieben gemeinnützige Verbände.  

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