Bahnhofsumbau
Fertigstellung erst 2017

Münster -

Der Umbau des Bahnhofs verzögert sich bis 2017. Der Grund: Die Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ist aufwendig und kompliziert.

Donnerstag, 01.10.2015, 09:10 Uhr

Über der riesigen Baustelle am Hauptbahnhof schwebt das Damoklesschwert der Bombensuche. In sechs Metern Tiefe wird noch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet.
Über der riesigen Baustelle am Hauptbahnhof schwebt das Damoklesschwert der Bombensuche. In sechs Metern Tiefe wird noch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Foto: Matthias Ahlke

Der münsterische Hauptbahnhof war im Zweiten Weltkrieg eines der am meisten bombardierten Gebäude in Münster – und gehört überdies zu den Orten mit einer intensiven, wechselvollen Baugeschichte. Welche Auswirkungen diese beiden historischen Aspekte für den aktuellen Neubau des münsterischen Hauptbahnhofs haben, darüber berichtete die Bauleiterin Sonja Hempel am Mittwochabend im Planungsausschuss der Stadt Münster sehr intensiv und anschaulich.

Bereits jetzt steht für Hempel fest, dass die für 2016 geplante Fertigstellung des Neubaus nicht zu halten ist. Als neuen Termin nannte sie das Frühjahr 2017. Geplant ist gleichwohl, dass zum Weihnachtsgeschäft 2016 der Hauptbahnhof wieder über die Westseite (sprich den Haupteingang) zu erreichen ist. Für 2015 klappt das nicht.

Neuer Bahnhofmanager

Am 1. September hat der neue Bahnhofsmanager von Münster, Michael Jansen, seinen Dienst angetreten. Jansen ist der Nachfolger von Uwe Lüers. Michael Jansen ist 52 Jahre alt, verheiratet und lebt in Essen. Bevor er seine neue Stelle angetreten hat, war er bei der Bahn in Düsseldorf tätig. Als Bahnhofsmanager ist Michael Jansen zuständig für den Betrieb von 70 Bahnhöfen in der Region. Als aktuell größte Herausforderung bezeichnete er am Mittwoch den Neubau des münsterischen Bahnhofs.

...

Um das Gebäude gründen zu können, mussten 249 jeweils sieben bis elf Meter tiefe Pfähle gesetzt werden. In jedem Fall war eine so genannte Kontrollbohrung erforderlich, in 67 Prozent der Fälle, so Hempel, schlossen sich weitere Untersuchungen an, um die Gefahr eines Blindgängers auszuschließen.

Ein letzter so genannter Verdachtsfall bereitet Hempel seit Monaten Kopfschmerzen. In sechs Meter Tiefe wurde ein großer Metallgegenstand geortet. Um ihn freilegen zu können, musste drum herum eine komplett neue Stützwand gebaut werden, weil ansonsten das benachbarte Bahngleis abrutschen würde.

Das Freilegen des Metallgegenstandes wiederum wird dadurch erschwert, dass sich in direkter Nähe Reste eines früheren Bahnhofsgebäudes befinden. Wegen der möglichen Explosionsgefahr könne man sie nicht mit schwerem Gerät wegräumen, so die Bauleiterin.

Sonja Hempel hofft, dass Ende Oktober die Blindgänger-Gefahr auf dem Baufeld komplett ausgeräumt ist „und wir dann richtig loslegen können“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3542650?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847837%2F
Nachrichten-Ticker