Hafen etabliert sich als hochwertiger Standort
Büromarkt auf Wachstumskurs

München/Münster -

Münsters Büromarkt wächst, aber Münsters Büromarkt steht auch vor grundlegenden Veränderungen. Diese Botschaft geht von der Expo Real aus, der weltweit größten Messe für Gewerbeimmobilien in München.

Mittwoch, 07.10.2015, 14:10 Uhr

„Der Hafen wird sich als hochwertiger Bürostandort etablieren“, meint Achim Friedrich von der Immobilien GmbH der Sparkasse. „Viele Unternehmen in Münster werden umziehen“, so Thomas Klein, Dienstleistungsexperte bei der Wirtschaftsförderung. Bernd Hütter von der WGZ-Bank bringt die Kräfteverschiebung auf die Formel: „Neu schlägt Alt.“

Auslöser sind die Bauvorhaben rund um den Hafen, die sich im Bau beziehungsweise in der Planung befinden. Die Stichworte: Flechtheimspeicher, Cronos, Superbiomarkt, ehemaliges Wolfgang-Borchert-Theater, LVM-Projekt und Kuhr-Speicher. Ein Teil der Flächen wird von auswärtigen Unternehmen angemietet, ein Großteil indes von münsterischen Dienstleistern, darin sind sich alle Gesprächspartner einig.

Das bedeutet im Umkehrschluss: An vielen Stellen in der Stadt werden die neuen Hafen-Anrainer alte Standorte freiziehen. Ein Umstand, der Hütter zu der These führt: „Es wird Verdrängung geben.“ Thomas Klein sieht das anders. Er macht die Beobachtung, dass auch zahlreiche Sozial-Institutionen auf der Suche nach Büroräumen sind. Für sie könnten die Alt-Immobilien interessant sein. Bei dem Marktsegment der Bürogebäude mit einer Monatsmiete unter zehn Euro pro Quadratmeter „ist das Angebot sehr schmal“. Durch die absehbaren Umzüge in die hochattraktiven Hafen-Gebäude könne sich eine „Spielmasse im preiswerten Segment“ ergeben. Ungeachtet dessen ist sich Achim Friedrich sicher, dass die Eigentümer bestehender Bürogebäude auf die Flächen-Expansion reagieren müssen: Zugeständnisse in Form von „mehr Service oder Abschlägen bei der Miete“ seien zu erwarten. Oder wie Hütter es ausdrückt: „Vermieter werden sich genau nach den Wünschen ihrer Mieter erkundigen müssen, um sie nicht zu verlieren.“ Begünstigt wird diese Entwicklung dadurch, dass die Bereitschaft der Dienstleister, befristete Mietverträge auslaufen zu lassen und sich etwas Neues zu suchen, zugenommen habe. „Flexibilität ist angesagt“, so Friedrich.

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