Sechs Kommunen äußern Bedenken
Gesamtschule sorgt für Unruhe im Umland

Münster -

Die Rahmenbedingungen für die zweite städtische Gesamtschule im Ostviertel sind nicht optimal: Sechs Kommunen im Umland haben Bedenken gegen die Schule geäußert, weil sie die Abwanderung eigener Schüler in die attraktive Großstadt fürchten.

Mittwoch, 14.10.2015, 07:10 Uhr

 
Das alte Gebäude der Oberfinanzdirektion an der Manfred-von-Richthofen-Straße soll ab 2016 abgerissen werden, der Neubau für die Gesamtschule 2018 beginnen (Archivfoto).. Foto: Matthias Ahlke

Der Grundsatzbeschluss ist gefasst, aber die Rahmenbedingungen für die zweite städtische Gesamtschule im Ostviertel sind alles andere als optimal. Das geht aus einem sechsseitigen Papier hervor, das der städtische Schuldezernent Thomas Paal den Ratsmitgliedern vorgelegt hat.

Zum einen haben sechs Kommunen im Umland Bedenken gegen die Schule geäußert, die im Endstadium sechszügig sein soll. Sie befürchten Nachteile für ihre eigenen Schulen. Zum anderen geht aus dem Paal-Bericht hervor, dass die neue Schule, die 2016 an den Start gehen soll, mindestens vier Jahre lang mit einer räumlichen Übergangslösung leben muss. Der Grund: Der Neubau auf dem Gelände der heutigen Oberfinanzdirektion ist nach den aktuellen Planungen der Stadt erst 2020 fertig. Das bedeutet konkret, dass die Schule bis dahin nur vierzügig geführt wird und erst dann auf die Sechszügigkeit umstellt.

Apropos Sechszügigkeit: Die Umlandkommunen Havixbeck , Ascheberg, Sendenhorst, Everswinkel und Telgte haben Vorbehalte gegenüber einer Gesamtschule in dieser Größe geäußert, die Stadt Drensteinfurt lehnt das neue Angebot in Münster sogar komplett ab. Angesichts sinkender Schülerzahlen in diesen Städten und Gemeinden wird befürchtet, dass sich die Gewichte in Richtung der boomenden Stadt Münster verschieben und im Extremfall Schulschließungen drohen.

gesamtmtmt

Die Stadt Münster hält entgegen, dass der Bedarf für die neue Schule „allein aus der münsterischen Schülerschaft gedeckt werden kann“. Die Schulverwaltung der Bezirksregierung hält die Gesamtschule trotz der ablehnenden Haltung im Umland „auf Grund der Entwicklungen in Münster für genehmigungsfähig“.

Kritik an Gesamtschulplänen

Im Umland wird Kritik am geplanten Bau einer Gesamtschule in Münster geübt - ein Kommentar zum Thema .

...

Schuldezernent Paal legt Wert auf die Feststellung: „Münster ist sehr an einem kommunalen Konsens interessiert.“ Bei einem Treffen im Frühjahr 2016 wollen Münster und die Nachbargemeinden die Anmeldezahlen für weiterführende Schulen abgleichen.

Was die bauliche Umsetzung der neuen Gesamtschule betrifft, so wird folgender Zeitplan vorgelegt: Das alte Gebäude der Oberfinanzdirektion an der Manfred-von-Richthofen-Straße soll ab 2016 abgerissen werden, der Neubau 2018 beginnen. In der Zwischenzeit soll die Schule das Gebäude der benachbarten Fürstin-von-Gallitzin-Schule benutzen.


Gesamtschule im Ostviertel: Kostenübersicht im Detail

Die Kosten von knapp 57 Millionen Euro, die die Stadt für das Schulprojekt veranschlagt, verteilen sich in etwa so:

► 1,7 Millionen Euro für Grunderwerb und Abriss des alten Gebäudes der Oberfinanzdirektion

► 10,2 Millionen Euro für den Umbau der Fürstin-von-Gallitzin-Schule „als Teil der künftigen Gesamtschule“, für die provisorische Herrichtung der Räumlichkeiten zum Start der Schule, für die Verlagerung des Sportvereines Shotokan Karate Dojo sowie für Erschließungs- und Herrichtungskosten für das Grundstück, eventuell Altlastenentsorgung

► 45 Millionen Euro für den Neubau der Gesamtschule einschließlich der Außenanlagen

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3565582?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847837%2F
Nachrichten-Ticker