Ausstellung über Clemes August Graf von Galen
Der mutige Kardinal

Münster -

2005 wurde Kardinal Clemens August Graf von Galen, der Bischof von Münster, in Rom seliggesprochen. Die nach ihm benannte Stiftung zeigt darum eine Ausstellung über Leben und Werk des „Löwen von Münster“ in der DKM-Darlehnskasse.

Mittwoch, 14.10.2015, 22:10 Uhr

Bischof Dr. Felix Genn eröffnete die Ausstellung zu Ehren seines großen Vorgängers.
Bischof Dr. Felix Genn eröffnete die Ausstellung zu Ehren seines großen Vorgängers. Foto: Matthias Ahlke

Der Löwe von Münster war mutig. So mutig, dass er nach Kriegsende nicht einmal den durchaus respektvollen Engländern entgegenkam. Von den Nazis hatte sich der münsterische Bischof nicht einschüchtern lassen, da wollte er sich vom ehemaligen Kriegsgegner auch nicht loben lassen. „Nec laudibus, nec timore“ – weder Lob noch Furcht dürfen das Handeln bestimmen, das war sein Wahlspruch. Mutig eben.

Vor zehn Jahren, am 9. Oktober 2005, wurde Clemens August Kardinal von Galen in Rom seliggesprochen. Aus diesem Anlass hat die Kardinal-von-Galen-Stiftung Burg Dinklage eine Ausstellung zusammengestellt: „Unsere Botschaft heißt Mut.“ Sie soll an Leben und Werk des seligen Bischofs erinnern und „den Mut des Kardinals in unsere Welt tragen“, wie DKM-Vorstand Christoph Rocks­loh zur Begrüßung in der Darlehnskasse am Breul betonte.

Bischof Dr. Felix Genn eröffnete die Ausstellung. Die Botschaft seines großen Vorgängers lebendig zu halten, sei ihm ein besonderes Anliegen, betonte er. Damals habe die Nazi-Ideologie das Leben bedroht, und Bischof von Galen sei dagegen mutig aufgetreten. Heute werde der Versuch unternommen, „den Anfang und das Ende des Lebens selber zu bestimmen“. Als Bischof müsse er keine Verfolgung fürchten, wenn er davor warne – aber die Mahnung werde dennoch nicht gern gehört. „Nicht verschweigen, was notwendig zu sagen ist“ – das habe der Kardinal vorgelebt.

Die Ausstellung ist zweiteilig. Mit vielen Bildern und Dokumenten wird über die Jugend Graf von Galens berichtet; über das fromme Elternhaus in Dinklage im Oldenburger Münsterland, die Schulzeit im Internat, das Studium, die Priesterweihe, das Pfarramt in Berlin. Im zweiten Teil geht es vor allem um die zu wenig beachtete Kontroverse mit dem NS-Ideologen Alfred Rosenberg, dessen Rasselehre der mutige Bischof nicht nur in seiner berühmten Osterbotschaft 1934 scharf verurteilte. Dazu kommen Informationen über ein dem Kardinal gewidmetes „Mut“-Kunstprojekt Dinklager Schulkinder.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Oktober in der Schalterhalle der DKM-Darlehnskasse am Breul 26 zu sehen – zu den üblichen Öffnungszeiten. 

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