Alex-Talk
„Pille für den nächsten Kick“

Münster -

„Performen in allen Lebenslagen – und das nicht nur in der Freizeit, sondern immer häufiger auch in Ausbildung und Beruf – lautet heute für viele Drogen-Konsumenten das Motto“, berichtet Dr. Matthias Schubring. Der Leitende Arzt der St.-Antonius-Suchtklinik der Alexianer in Hörstel wird beim kommenden Alex-Talk zum Thema „Auf der Suche nach dem Kick“ neben den gängigen Suchtmitteln daher vor allem die aktuellen Mode- und Alltagsdrogen in den Blick nehmen.

Dienstag, 20.10.2015, 21:10 Uhr

Der Konsum neuer Mode- und Alltagsdrogen steht beim kommenden Alex-Talk am 27. Oktober im Blickpunkt, zu dem die Westfälischen Nachrichten und die Alexianer in Münster einladen.
Der Konsum neuer Mode- und Alltagsdrogen steht beim kommenden Alex-Talk am 27. Oktober im Blickpunkt, zu dem die Westfälischen Nachrichten und die Alexianer in Münster einladen. Foto: Fotolia / Robert Kneschke

Dazu zählt der erfahrene Suchtexperte insbesondere sämtliche Formen des Hirndopings beziehungsweise „Neuroenhancement“ wie zum Beispiel Methylphenidat, Modafinil, aber auch das neuerdings auftretende Experimentieren mit Antidepressiva und Antidementiva, heißt es in einer Pressemitteilung der Alexianer .

„Darüber hinaus werden die sogenannten Upper wie zum Beispiel Amphetamine als leistungssteigernde Sub­stanzen eingenommen, um sich in jeder Lebenslage die optimale Leistung abzurufen“, erläutert Schubring und ergänzt: „Mehr denn je definieren wir uns über Leistung: Besser, schneller und effizienter diktieren den Arbeitsrhythmus; schöner, klüger, fitter das Privatleben.“ Und damit habe das Streben nach Selbstoptimierung nahezu jeden Lebensbereich erreicht.

„Und zu einer Gesellschaft, die sich über Leistung definiert, passen leistungssteigernde Drogen wie Crystal Meth so gut wie iPhones und Burn-out“, weiß Schubring aus seinem Praxisalltag. So hätten die „Power-Substanzen“ gerade auch bei den Bildungsbürgern und Akademikern verstärkt Einzug gehalten, sodass Schubring als Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins „eve&rave Münster“ mittlerweile auch mit Infoständen an Fachhochschulen und Unis auf die Gefahren des Hirndopings hinweist.

Um nach dem gezielten Aufputschen abends dann rechtzeitig wieder runterzufahren, kämen für den Schlafmodus vielfach auch die „Downer“, also Medikamente wie zum Beispiel Benzodiazipine oder auch Cannabis und Alkohol zum Einsatz: „Es gibt halt längst für jedes Thema ein Tablettchen, und dieses Motto beginnt manchmal schon in der Kindheit der Betroffenen mit dem sorglosen Medikamenten-Umgang durch die Eltern“, blickt Schubring besorgt auf einige extreme Drogen-Karrieren.

Zum Thema

Wer mehr über das Thema „Alltagsdrogen“, aber auch die Möglichkeiten der Behandlung erfahren möchte, ist zum Alex-Talk am Dienstag (27. Oktober) um 18 Uhr in der Alexianer-Waschküche eingeladen. Eintrittskarten sind ab sofort in der Alexianer-Waschküche, Bahnhofstraße 6, und im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13-14, erhältlich oder auch online unter alextalk-muenster@alexianer.de reservierbar.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3579009?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847837%2F
Nachrichten-Ticker