Umbau für Hafencenter
Neue Ampel am Hansaring geplant

Münster -

Der Hansaring soll umgebaut werden – aber nur, wenn das Hafencenter kommt. Eine Ampel und Fußgängerübergänge über den Ring sollen die Erschließung des geplanten Centers sicherstellen.

Donnerstag, 22.10.2015, 06:10 Uhr

Eine Ampelanlage soll die Anbindung des geplanten Hafencenters (rechts) an den Hansaring regeln. Vor und hinter der Einmündung wird es Querungen für Fußgänger und Radfahrer über den Ring geben.
Eine Ampelanlage soll die Anbindung des geplanten Hafencenters (rechts) an den Hansaring regeln. Vor und hinter der Einmündung wird es Querungen für Fußgänger und Radfahrer über den Ring geben. Foto: kal

Eine Ampelanlage und mehrere Übergänge für Fußgänger und Radfahrer sollen am Hansaring die Erreichbarkeit des geplanten Hafencenters sicherstellen. Die Pläne der Verwaltung, über die vom heutigen Donnerstag an die Politik diskutiert, bieten eine „maßgeschneiderte Lösung“, betont Ralf Renkhoff , städtischer Verkehrsplaner. So maßgeschneidert, dass sie wohl wieder in den Schubladen der Verwaltung verschwinden werden, sollte das umstrittene Einkaufscenter, über das der Rat am 11. November abstimmt, doch noch scheitern.

Knapp 1,2 Millionen Euro soll der Straßenumbau kosten, die Stadt beteiligt sich mit 505 000 Euro, den Rest trägt der Bauherr des Hafencenters, die Stroetmann Grundbesitz Verwaltung GmbH. Auch die Kosten für die passiven Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzfenster) teilen sich Stadt und Investor.

Die Pläne sehen vor, eine Ampelanlage zu errichten, die Bushaltestelle der Linie 14 ( Emdener Straße ) von der westlichen auf die östliche Seite der Einmündung zum Hafencenter zu verlegen und zudem vor und hinter der Einmündung Fuß- und Radfahrerübergänge auf die andere Seite des Hansarings zu schaffen. Ziel sei es, dass die Straße „sicher und barrierefrei“ überquert werden kann. Weiter soll auf dem Ring in jeder Fahrtrichtung eine Abbiegespur in Richtung Hafencenter angelegt werden.

Debatte um erhöhtes Verkehrsaufkommen

Kritiker befürchten, dass das Hafencenter zu einem deutlich größeren Verkehrsaufkommen im Hafenviertel führen wird. Im Center sollen nicht nur ein 3000 Quadratmeter großer Verbrauchermarkt, ein Lebensmitteldiscounter, ein Drogeriefachmarkt und eine Apotheke untergebracht werden. Es ist zudem eine Quartiersgarage mit 220 öffentlichen Stellplätzen geplant.

Verkehrsplaner Renkhoff geht hingegen nicht davon aus, dass der Verkehr zunehmen wird – im Gegenteil. Er verweist auf eine Studie, die er selbst im Jahr 2012 betreut hat. Danach fahren aktuell 16 000 bis 17 000 Fahrzeuge täglich über den Hansaring. Nach Fertigstellung des Hafencenters betrage das Verkehrsaufkommen nur noch 15 900 Fahrzeuge , es bleibe damit konstant, wie er betont. Er verweist auf Erfahrungen beim E-Center an der Friedrich-Ebert-Straße , wo sich das Verkehrsaufkommen nach der Eröffnung „nachweislich nicht verändert“ habe. Zudem sei der Hansaring bereits jetzt an der Grenze seiner Kapazität angekommen – mehr Verkehr also ohnehin kaum noch möglich. Ferner sei langfristig geplant, die Theodor-Scheiwe-Straße so auszubauen, dass sie täglich von 6000 bis 7000 Fahrzeugen genutzt wird – und so zu einer Entlastung der Situation am Ring beiträgt.

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