Kampf gegen Plastiktüten
„Nur die Spitze des Eisbergs“

Münster -

Der Verzicht auf Plastiktüten reicht nicht aus, sagt Greenpeace-Aktivist Lukas Reinhardt. Es muss mehr geschehen.

Freitag, 23.10.2015, 19:10 Uhr

Lukas Reinhardt 
Lukas Reinhardt  Foto: da

Seit Kurzem läuft die Greenpeace-Kampagne „ Münster plastiktütenfrei!“. Über Vor- und Nachteile der Plastiktüte sprach unserer Redakteur Dirk Anger mit dem Sprecher der münsterischen Greenpeace-Gruppe, Lukas Reinhardt .

Die Plastiktüte ist doch ein praktisches Hilfsmittel im Alltag: Was haben Sie dagegen?

Reinhardt: Plastiktüten landen zu oft nach kurzem Gebrauch im Müll. Sie sind energie- und ressourcenintensiv in der Herstellung und verschmutzen die Umwelt.

Aber in Deutschland wird doch viel Plastik recycelt.

Reinhardt: Aber noch nicht genug. Landen Plastiktüten im Hausmüll, werden sie verbrannt. Außerdem gelangen viel zu viele Tüten in die Natur. Vor allem im Meer ist das ein Problem.

Welche Gefahr droht im Meer?

Reinhardt: Plastiktüten zersetzen sich im Meer mit der Zeit in sehr kleine Plastikpartikel, sogenanntes Mikroplastik. Dabei werden giftige Stoffe wie Weichmacher freigesetzt. Durch die Meerestiere gelangen diese schädlichen Stoffe in die Nahrungskreisläufe. Das schadet sowohl den Tieren als auch den Menschen.

Selbst wenn kein Münsteraner mehr Plastiktüten benutzt, wird es noch viel Plastikmüll geben.

Reinhardt: Das stimmt, die Plastiktüte ist nur die Spitze des Eisbergs . Dagegen vorzugehen ist gut, aber nicht genug. Wir müssen mehr machen.

Was schwebt Ihnen vor?

Reinhardt: Wir müssen insgesamt weniger Verpackungen verbrauchen, das fängt beim Einkauf an. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

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