Flüchtlinge in Münster
Krisenstab: Engpass bei Quartieren

Münster -

Die Stadt Münster gründet einen Krisenstab. Für immer mehr Flüchtlinge werden dringend Unterkünfte gesorgt.

Mittwoch, 28.10.2015, 22:10 Uhr

Flüchtlingstreck in Bayern. 
Flüchtlingstreck in Bayern.  Foto: Armin Weigel

130, 185, 287. So viele Flüchtlinge wurden der Stadt in den vergangenen drei Wochen zugewiesen. Das Sozialamt rechnet mit weiter wachsenden Zahlen, insgesamt sind es bald 4000. „Wir haben Kapazitätsengpässe“, sagt Stadträtin Cornelia Wilkens , „und die Prognosen sind unklar.“

Erstmals seit der Flutkatastrophe von 2014 ist am Dienstag ein „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ (SAE) aktiviert worden. Ihm gehören Verwaltung und Hilfsorganisationen an. Im Krisenstabsraum der Feuerwehr wurde zunächst beschlossen, 250 Flüchtlinge in der Landes-Einrichtung in der York-Kaserne unterzubringen. Die Räume sollten ursprünglich anders genutzt werden. Jetzt müssten alle Optionen geprüft werden, sagte Wilkens gegenüber dieser Zeitung. Gerüchte, dass Münster nun wie andere Kommunen auch Turnhallen oder die Stadthalle Hiltrup in Beschlag nehmen könnte, bremst sie aus: „Im Moment geht es nicht darum.“ Turnhallen seien überdies für Flüchtlinge schlechte Unterkünfte , es fehlten Belüftungsmöglichkeiten, Beleuchtung und Rückzugsräume.

Derzeit geht die Stadt davon aus, schon in der kommenden Woche den vorhandenen Bedarf mit ihren Möglichkeiten nicht mehr decken zu können. Auch wenn man Hotels und Aufenthaltsräume einrechne. Die YorkKaserne erreiche bald eine Größe von 1000 Personen. Wilkens: „Da ist eine Grenze erreicht.“

Die Flüchtlinge, die derzeit in Münster ankommen, stammen überwiegend aus Syrien. Ihre Chance, ein Bleiberecht zu erhalten, ist groß. Schon daher sei es wichtig, so die Stadträtin, sie möglichst schnell aus Sammelunterkünften in andere Wohnungen zu bringen. In den nächsten Wochen werden einige größere Flüchtlingsheime einzugsbereit sein. An der Gutenbergstraße, der ehemaligen Polizeiwache, fehlen Sanitärcontainer.

Im kürzlich besetzten Hauptzollamt sollen bis zu 100 Flüchtlinge untergebracht werden. 150 Plätze werden im alten Finanzamt, 200 in der Lützow-Kaserne ab Mitte November frei werden. Auch die 700 Flüchtlinge, die in der Aufnahmeeinrichtung des Landes in der Oxford-Kaserne leben, werden auf Münsters Zuweisungen angerechnet. Auf dem Gelände der Lützow-Kaserne will die Stadt weitere Gebäude nutzen. Die Anträge werden gestellt.

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