Mein Arbeitsplatz: Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau
Der Flipper-Professor

Münster -

Der Mann hat Sinn für schräge Helden. An der Wand seines Professorenbüros hängt ein Kinoplakat des Sergio-Leone-Klassikers „Zwei glorreiche Halunken“. „Das ist der Film, wo Clint Eastwood Eli Wallach vom Galgen schießt“, sagt Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau. Western-Stoff, aus dem Jungs-Träume sind.

Sonntag, 01.11.2015, 08:48 Uhr aktualisiert: 01.11.2015, 16:17 Uhr
Der Flipper als Sinnbild der wirtschaftlichen Dynamik in digitalen Zeiten: Thorsten Hennig-Thurau in seinem Büro.
Der Flipper als Sinnbild der wirtschaftlichen Dynamik in digitalen Zeiten: Thorsten Hennig-Thurau in seinem Büro. Foto: bn

Ein bischen jungenhaft wirkt der 48-jährige Hanseat schon, dessen Büro am Stadtgraben liegt. Er hat den Lehrstuhl für Marketing und Medien inne. Man muss sich diesen Stuhl quietschorange vorstellen. So orange wie die Kinoklappsitze im Eingang, die Wippstühle am großen Besprechungstisch. Und die Wand mit den Kinoplakaten . Bei der Farbe kann man kaum still sitzen.

Die FAZ zählt Hennig-Thurau zu den Top 10 der deutschen Business- und Ökonomie-Professoren. Vermutlich liegt er an erster Stelle unter den deutschen Professoren, die einen Flipperautomaten neben dem Schreibtisch haben. Ein blauer Tyrannosaurus wütet, ein rotes Cabrio flieht, die Metallkugel macht, was Hennig-Thurau für ein gutes Sinnbild unserer Wirtschaftsmoderne hält: „Alles bewegt sich, wechselt die Richtung.“ Berechnen lässt sich Flippern nicht. Das Gerät ist das Geschenk eines münsterischen Unternehmens, dem Hennig-Thuraus Theorien offenbar gut gefallen haben.

Flippern in der Uni

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  • Warum wirken starke Marken - und wie kann man starke Markennamen übertragen. Das fragt sich Thorsten Hennig-Thurau bei seiner Forschungsarbeit.

    Foto: Günter Benning
  • Der Flipper ist so chaotisch wie das moderne Wirtschaftsleben.

    Foto: Günter Benning
  • Der Flipper ist so chaotisch wie das moderne Wirtschaftsleben.

    Foto: Günter Benning
  • Der Flipper ist so chaotisch wie das moderne Wirtschaftsleben.

    Foto: Günter Benning
  • Sergio Leone - Hennig-Thuraus Lieblingsregisseur.

    Foto: Günter Benning
  • In der digitalen Welt braucht man immer noch normale Lektüre und Schmierzettel.

    Foto: Günter Benning
  • In der digitalen Welt braucht man immer noch normale Lektüre und Schmierzettel.

    Foto: Günter Benning
  • Foto: Günter Benning
  • Warum wirken starke Marken - und wie kann man starke Markennamen übertragen. Das fragt sich Thorsten Hennig-Thurau bei seiner Forschungsarbeit.

    Foto: Günter Benning
  • Corporate-Design: Orange ist seine Farbe.

    Foto: Günter Benning
  • Corporate-Design: Orange ist seine Farbe.

    Foto: Günter Benning

Medien haben ihn immer begeistert. Im Studium schrieb er Filmkritiken, die Sammlung kommt auf 700 Seiten. Als Betriebswirt interessiert den Vater dreier Söhne (5, 12, 18 Jahre), was Medien erfolgreich macht. Oder warum sie abstürzen.

So wie Sergio Leone mit seinem Epos „Es war einmal in Amerika “, dessen Plakat neben den glorreichen Halunken hängt. Das Rezept der Pleite: Der Produzent hatte kein Gefühl für die Größe des Films, das Werk wurde kaputtgekürzt. Die Folge: Sergio Leone starb ruiniert ein Jahr nach dem Kinostart. Der Produzent ging finanziell die Wupper runter.

Betriebswirtschaft, das ist oft „Shampoo, Windeln, Anlagen“, scherzt Hennig-Thurau. Bei ihm ist es auch Hermann Hesse. Die schmalen Bände des Nobelpreisträgers und großen Autors liegen auf dem Fensterbrett seines Büros. Für ein Fernsehteam, das eine Serie über ihn plante, hat er die Kraft der Marke „Hesse“ überprüft. „Wahrscheinlich“, sagt er, „wird nichts aus der Serie.“

Ein Blick ins Bücherregal. Da steht eine Packung Angry-Birds-Fruchtgummi in Stars-Wars-Ästhetik, ein Cola-Getränke und eine Bierflasche. Alles Beispiele dafür, wie der Nimbus starker Medienmarken auf andere Produkte übertragen wird. Rechts oben darüber steht drohend der Kopf von Star-Wars-Bösewicht Darth Vader. Die Science-Fiction-Serie ist für den BWL-Professor eine der stärksten Medienmarken überhaupt. Bei einer Kinderuni hat er sich übrigens mit dem Maskenmann ein Laserschwert-Duell gegeben.

Alles wird digital. Da ist sich Thorsten Hennig-Thurau sicher, vor allem für die Generation seiner Studenten. Wirklich alles? Nein, ein kleines Häuflein weißer Zettel mit wirren Formeln und Zeichen stapelt sich neben seinem Bildschirm. Brainstorming geht doch am besten mit Papier und Stiften.

Mein Arbeitsplatz: Prof. Thorsten Hennig-Thurau

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