Neue Richtlinien beschlossen
Geldanlagen: Nur noch ethisch unbedenklich

Münster -

Die Stadt Münster ändert ihre Kriterien zur Geldanlage. Konkret betroffen sind zwei Pensionsfonds.

Freitag, 06.11.2015, 11:11 Uhr

In Atomkraft darf künftig nicht mehr investiert werden.
In Atomkraft darf künftig nicht mehr investiert werden. Foto: dpa

Die beiden Fonds , um die es geht, heißen VUS-Münster-Fonds und WVR-Fonds. Die in den Fonds angelegten 22 Millionen Euro dienen als Rücklagen für die Pensionsansprüche städtischer Bediensteter. Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend eine „Neufassung der städtischen Anlagerichtlinien“ beschlossen hat, steht jetzt bis zum 1. April die Prüfung an, ob die bestehenden Fonds die neuen Kriterien erfüllen. Andernfalls muss die städtische Finanzverwaltung die „Finanzmittel in nachhaltig ausgerichtete Fonds umschichten“.

Konkret besagt der Beschluss, dass die über die Fonds gehaltenen Unternehmensanteile diese ethischen Ansprüche erfüllen müssen:

► Keine Kinderarbeit

► Keine Herstellung und kein Vertrieb von Waffen

► Keine Atomenergie

► Keine „klimaschädlichen Energien“

► Kein Fracking.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen weitere Kriterien hinzu kommen:

► Keine Gentechnik bei Pflanzen und Saatgut, keine Tierversuche für Kosmetika, keine Korruptionsfälle.

Im Ergebnis bedeutet dies beispielsweise, dass die Stadt ihr Geld nicht in Fonds anlegen darf, die Anteile an Energiekonzernen wie RWE halten. RWE betreibt sowohl Atom- und Kohlekraftwerke.

Beschlossen wurde das Programm mit den Stimmen der Fraktionen von SPD , Grünen und Linken. In der Aussprache verteidigte der Grüne Otto Reiners die neuen Kriterien. Die Kohleverstromung sei nicht nur ökologisch bedenklich, sondern inzwischen auch ein „Finanzrisiko“.

CDU-Fraktionschef Stefan Weber war anderer Ansicht: „Der Bogen des guten Gewissens wird überspannt.“ Gemäß der neuen Anlagerichtlinien müssten „alle Dax-Unternehmen“ künftig außen vor bleiben. Kritik kam auch von der FDP-Fraktionschef Carola Möllemann-Appellhof. Solange der Staat die Produktion von Rüstungsgütern erlaube, müsse es auch erlaubt sein, in diese Unternehmen zu investieren.

Der SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung hingegen betonte, dass der Rat das Recht habe, „Kriterien für die Geldanlage festzulegen“.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3610025?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F4847834%2F4847836%2F
Bombenentschärfung in Dülmen
Evakuierungsmaßnahmen: Bombenentschärfung in Dülmen
Nachrichten-Ticker