App für Flüchtlinge und ihre Helfer
„Wir – eine Welt“

Münster -

Design-Studierende der FH Münster haben eine App für Smartphones entwickelt, die Flüchtlingen und ihre Helfer in Münster verbindet.

Montag, 09.11.2015, 23:11 Uhr

Michael Rautenberg und Karin Fraune gehören zum Entwicklungsteam der App „We – one world“, die Flüchtlinge und Helfer verbindet.
Michael Rautenberg und Karin Fraune gehören zum Entwicklungsteam der App „We – one world“, die Flüchtlinge und Helfer verbindet. Foto: kv

Als im Laufe des Sommers immer mehr Flüchtlinge ankamen, haben Karin Fraune , Niklas Böckmann und Michael Rautenberg so ziemlich alles stehen und liegen gelassen, was sie bis dahin sonst beschäftigte. Die beiden Design-Studenten der FH Münster , Karin Fraune und Michael Rautenberg, haben zusammen mit dem IT-Spezialisten Niklas Böckmann eine App fürs Smartphone entwickelt und programmiert, die dabei hilft, dass Flüchtlinge Hilfe finden. Ab dem heutigen Dienstag ist die neue App ­„We-one world“ für Münster im App Store und bei Google Play kostenlos im Angebot.

Testläufe in kleineren Städten der Umgebung waren so ermutigend, dass die jungen Leute nun ihre Entwicklung möglichst weit verbreiten wollen. We – one world, also „Wir – eine Welt“ kann von Helfern ebenso genutzt werden wie von Flüchtlingen. Hilfsangebote und Bitten können dort eingetragen werden. „Etliche Hundert Flüchtlinge nutzen die App bereits, um sich untereinander zu organisieren und zu helfen“, sagt Karin Fraune. Die App ist in drei Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Arabisch.

Im Sommer haben Fraune, Rautenberg und Böckmann zuerst in Flüchtlingsheimen nachgefragt, welche Funktionen und Informationen eine App für Flüchtlinge beinhalten müsste. Dabei sind sie gleich auf Flüchtlinge gestoßen, die mitgeholfen haben: Beim Übersetzen ins Arabische, aber auch mit professionellen IT-Kenntnissen, erzählt Karin Fraune. Ein junger Mann aus Syrien sei als IT-Spezialist eingestiegen.

Getestet wurde die App in Rheda-Wiedenbrück, dem Heimatort von Niklas Böckmann, und in Greven. Dort haben die Macher von „We – one World“ kürzlich mit Hilfe von Sponsoren ein großes Open-Air-Picknick für Flüchtlinge und Alt-Grevener veranstaltet. Auch darum geht es ihnen: „Die einheimische Bevölkerung und die Flüchtlinge sollen sich kennenlernen.“

Nun geht die App mit Münster und außerdem mit Bielefeld in zwei Großstädten ans Netz – „wir sind gespannt, wie unser Angebot genutzt wird“, sagt Michael Rautenberg. Bei den Testläufen machte die Gruppe die Erfahrung, dass die Flüchtlinge die App stark für ihre Verabredungen, etwa zum Sport, und Initiativen untereinander nutzten. In das Netzwerk wollen die Initiatoren mittelfristig auch Wohnungsangebote und Praktikumsplätze beziehungsweise Arbeitsangebote für Flüchtlinge einbeziehen. Karin Fraune: „Wir experimentieren noch und entwickeln kontinuierlich die App weiter.“

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