Fettes Brot im Interview
Die Hip-Hop-Daddys

Münster -

Am 25. November treten „Fettes Brot“ in Münster auf. Im Interview erzählt Dokter Renz, wie es sich so anfühlt, mit über 40 immer noch zu rappen.

Montag, 09.11.2015, 21:11 Uhr

Das sind „Fettes Brot“ (v.l.): Björn Beton, König Boris und Dokter Renz präsentieren am 25. November ihr neues Album in Münster. Es trägt den rätselhaften Titel „Teenager vom Mars“.
Das sind „Fettes Brot“ (v.l.): Björn Beton, König Boris und Dokter Renz präsentieren am 25. November ihr neues Album in Münster. Es trägt den rätselhaften Titel „Teenager vom Mars“. Foto: Another Dimension

Mit „Nordisch by Nature“ schaffte die Hamburger Hip-Hop-Band „ Fettes Brot “ den Durchbruch. 20 Jahre ist das inzwischen her, doch die „Brote“ – wie sie von Fans genannt werden – sind nach wie vor stark angesagt. Ihr aktuelles Album „Teenager vom Mars“ hat auf Anhieb den Sprung in die Top Ten geschafft. Am 25. November sind die Rapper in Münster zu Gast. Mit Dokter Renz alias Martin Vandreier sprach unser Redakteur Martin Kalitschke.

Du bist mittlerweile 41 – wie stark unterscheidet sich dein heutiges Rapper-Leben von früher?

Dokter Renz: In guten Momenten ist es gar nicht so anders als zu Beginn unserer Karriere. Wir machen schließlich das, was wir immer gerne gemacht haben. Spaß, Unsinn, unseren Senf zu Themen dazugeben. Und nach wie vor gehen wir gerne feiern. Aber wir suchen uns die Partys genauer aus, schließlich haben unsere Körper schon einen gewissen Erfahrungsschatz. Wenn wir am nächsten Tag auf der Bühne stehen müssen, dann macht es keinen Sinn, wenn wir am Abend vorher durchdrehen.

Wie muss man sich das vorstellen, wenn Fettes Brot Party machen – alle drei auf der Piste?

Dokter Renz: Wir feiern gerne zu dritt, aber oft natürlich auch mit anderen Leuten. Bei der Tour sind ja genug Menschen dabei. Irgendjemand hat immer Bock auf Party. Und wir haben ja immer unsere eigene Kneipe mit dabei – den Tourbus. Wir nennen unsere Bus-Kneipe „Whats Eck“. Wenn einer genug vom Feiern hat, geht er einfach ein paar Schritte weiter, und schon liegt er im Bett.

Die Hip-Hop-Stars von heute könnten, altersmäßig, eure Kinder sein. Wie fühlt sich das an?

Dokter Renz: Sie sind unsere Kinder, aber sag das nicht meiner Frau! (lacht) Ich freue mich natürlich immer, wenn junge Musiker nachkommen, denen es gelingt, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, die mich krass unterhalten und einen coolen Style haben. Ich bin geradezu hungrig nach solchen Musikern!

Bei wem hast du zuletzt „wow“ gesagt?

Dokter Renz: Beim Rapper „Fatoni“, der ist sehr geil und begleitet uns aktuell auch auf unserer Tour. Seine Platte heißt „ Yo Picasso “, das ist großartiger Rap, wie ich ihn noch nicht gehört habe.

Und wer macht dich in den Charts an?

Dokter Renz: Cro ist super, ich finde seine Musik sehr inspirierend.

Wird es nicht langsam Zeit, dass er seine Maske abnimmt?

Dokter Renz: Nein, wieso, da kann er sich doch ohne Maske ganz leicht unsichtbar machen.

Höre ich da Neid durch?

Dokter Renz: Na, wir haben ja alle drei bekannte Fressen. Wenn eine neue Platte auf dem Markt ist, werden wir schon oft angesprochen. Aber wir haben coole Fans, die mögen uns, wir mögen sie, das gehört halt einfach dazu.

Ihr seid immer noch in Hamburg – keinen Bock auf Berlin?

Dokter Renz: Berlin finden wir auf jeden Fall auch super, wir sind da auch gerne. Gleichzeitig sind wir aber verliebt in unsere Heimatstadt. Ich glaube, da sind wir nicht mehr wegzukriegen.

Eure neue Platte heißt „Teenager vom Mars“. Was wollt ihr uns damit sagen?

Dokter Renz: Wir haben uns gedacht: Dieser Titel hat Potenzial. Wir sind zwar keine Teenager mehr, aber kommen von einem anderen Planeten und blicken daher mit einem Blick von außen auf die Erdlinge. Wir denken, wenn die noch ein wenig offener werden, dann kann durchaus noch was aus den Erdlingen werden.

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25. November (Mittwoch), 20 Uhr, Halle Münsterland.

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