Sanierung eines Baudenkmals
Observantenkirche soll wieder glänzen

Münster -

Münsters Altstadt hat viele historische Kirchenbauten – ihr Erhalt ist oft schwierig weil teuer. Die barocke Observantenkirche wird jetzt auf Kosten des Landes aufwendig saniert. Es ist Eigentümer des von der Universität genutzten Gotteshauses.

Samstag, 14.11.2015, 14:11 Uhr

Von außen ist die Observantenkirche fertig saniert. Der Schaugiebel ist gereinigt und ausgebessert, das Dach abgedichtet und die Fugen des Mauerwerks sind erneuert Die Sakristei wird ganz neu gebaut, und im kommenden Jahr sollen auch die Glocken wieder läuten.
Von außen ist die Observantenkirche fertig saniert. Der Schaugiebel ist gereinigt und ausgebessert, das Dach abgedichtet und die Fugen des Mauerwerks sind erneuert Die Sakristei wird ganz neu gebaut, und im kommenden Jahr sollen auch die Glocken wieder läuten. Foto: Oliver Werner

Ihre Akustik war schon lange besser als ihr Aussehen. Die Observantenkirche an der Schlaunstraße, einen Steinwurf entfernt von der großen Überwasserkirche, ist weniger für prächtige Ausstattung als für Klangpracht berühmt. Aber auch Konzerte konnten in der evangelischen Universitätskirche immer seltener stattfinden: Die Heizungsanlage war kaputt – es zog durch die Fenster, das Dach drohte, undicht zu werden und die Sakristei abzurutschen. Nun wird seit diesem Sommer denkmalgerecht saniert. Außen sind die Bauarbeiter bereits fertig.

Jetzt wird das Innere der Kirche erneuert – die Gerüste sind jetzt drinnen aufgebaut. Für Markus Isferding, verantwortlich für Denkmalschutz bei der Bezirksregierung, ist die Sanierung eine Herzensangelegenheit. Dass es rund fünf Jahre dauerte, bis das Land als Eigentümer dafür Geld lockermachte, zeigt, dass dies nicht selbstverständlich war. Rund 2,3 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt werden dafür nun ausgegeben.

„Die Kirche ist uns wichtig, wir wollen mit der Sanierung vorbildhaft wirken“, sagt Isferding, während er zwischen Gerüsten die Treppe zur Orgelempore hochsteigt. Die große Ott-Orgel dort ist eingepackt, sie wird ebenfalls überholt. Aber zuerst sind viele andere Details zu erneuern. Unter den Bleiglasfenstern gähnen zentimeterbreite Zwischenräume, durch die Feuchtigkeit sickert und Wind bläst. Die Heizung schwächelte dermaßen, dass Konzerte und Übungsstunden im Winter schwer möglich waren. Nun wird das ganze Kircheninnere erneuert und behutsam umgestaltet.

Architekt Wolfgang Ubbenhorst hat mit seinem Büro schon etliche Kirchen in Münsters Innenstadt restauriert – nun ist die Observantenkirche sein Terrain. Bis zum kommenden Frühjahr wird die Sanierung des Innenraums dauern, danach wird noch die Sakristei abgerissen und neu gebaut, mit Übungs- und einem Seminarraum für die Evangelisch-Theologische Fakultät. Hier klaffen riesige Risse in den Wänden. Dem beim Wiederaufbau nach dem Krieg errichteten Anbau droht der Einsturz, erklärt Isferding. Die Bauarbeiten des Aegidii-Parkhauses vor rund 40 Jahren führten an vielen Gebäuden in der Altstadt wegen des veränderten Grundwasserspiegels zu Bauschäden. Die gesamte Sanierung soll Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Von außen ist die Observantenkirche schon bestens gerüstet, die nächsten Jahrzehnte zu glänzen: Der Schaugiebel ist gereinigt, das Dach abgedichtet, der Glockenstuhl stabilisiert: Isferding: „Im nächsten Jahr kann auch wieder zum Gottesdienst geläutet werden.“

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